Nokia verändert seine Investmentstory. Aus dem klassischen Netzwerkausrüster wird ein Anbieter für KI- und Cloud-Infrastruktur. Der Markt spielt diese Wende bereits hart, denn die Bewertung läuft den alten Geschäftsbereichen davon.
Analysten folgen dem KI-Narrativ
Die Deutsche Bank hob am 15. Mai 2026 ihr Kursziel für Nokia von 7,50 auf 8,50 Euro an. Das Votum bleibt bei „Buy“, begründet mit der stärkeren Position in KI-getriebenen Netzen.
JPMorgan liegt mit 12,00 Euro deutlich höher. Argus bewertet die US-ADRs ebenfalls mit „Buy“ und nennt ein Ziel von 15,00 Dollar.
Der gemeinsame Nenner ist die erwartete Nachfrage aus Rechenzentren. Nokia rechnet für den adressierbaren Markt mit einem jährlichen Wachstum von 27 Prozent bis 2028.
Rally mit Gewinnmitnahmen
Zur Wochenmitte sprang die Aktie um rund 10,5 Prozent und erreichte bei 12,55 Euro den höchsten Stand seit April 2010. Der Auslöser war nicht nur charttechnisch.
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Investoren setzen darauf, dass AI-RAN-Lösungen und die Zusammenarbeit mit Nvidia neue Nachfrage öffnen. Das macht Nokia plötzlich interessanter für Anleger, die sonst eher Chip- und Cloudwerte kaufen.
Am Freitag schloss die Aktie bei 11,96 Euro und verlor 4,13 Prozent. Auf Wochensicht bleibt ein Plus von 10,08 Prozent.
Seit Jahresanfang bleibt der Zuwachs mit 114,80 Prozent auffällig; über zwölf Monate liegt er bei 157,98 Prozent. Gewinnmitnahmen wirken nach so einem Lauf nicht überraschend.
Zahlen stützen die Wende
Nokia erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 4,497 Milliarden Euro, ein Plus von 2 Prozent. Das Wachstum kam vor allem aus der Netzwerkinfrastruktur.
Bei KI- und Cloud-Kunden stiegen die Erlöse um 49 Prozent. Genau dort will der Konzern stärker wachsen, weil Hyperscaler immer mehr Kapazität für Datenverkehr und KI-Workloads brauchen.
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Unter dem Strich verdiente Nokia 87 Millionen Euro, nach einem Verlust von 60 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das ist mehr als eine Erholung von einer schwachen Vergleichsbasis.
Der vergleichbare operative Gewinn stieg um 54 Prozent auf 281 Millionen Euro. Beim vergleichbaren verwässerten Gewinn je Aktie meldete der Konzern 0,05 Euro.
Parallel dazu räumt Nokia das Portfolio auf. Der Konzern hat den Verkauf seines Fixed-Wireless-Access-Geschäfts an Inseego angekündigt.
Im gleichen Schritt will Nokia dort als strategischer Investor engagiert bleiben und eine Beteiligung von 11 Prozent halten. Das bindet weniger Kapital im Hardwaregeschäft und lenkt Ressourcen auf optische Netze und IP-Netze.
Die Aktie handelt nun eher wie ein KI-Infrastrukturwert als wie ein alter Telekomzulieferer. Nokia muss diese neue Rolle mit Aufträgen aus Rechenzentren und höheren Margen unterfüttern. Sonst werden Gewinnmitnahmen wie am Freitag schnell zum Stresstest.
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