Ericssons starke Quartalszahlen haben den Nokia-Kurs am Donnerstag unter Druck gesetzt. Der schwedische Konkurrent sprang im frühen Handel um 8,7 Prozent nach oben, Nokia gab zeitgleich 5,4 Prozent ab. Am Nachmittag meldete der Konzern zudem Aktienübertragungen an Führungskräfte.

Ericsson setzt den Ton

Analysten von Bernstein Research sprachen bei Ericsson von Umsätzen und Gewinnen deutlich über den Erwartungen. Vor allem das Netzwerkgeschäft in Japan und Indien habe geholfen. Die Aktie löste sich damit aus ihrer Seitwärtsbewegung seit Mitte Juli.

JPMorgan verwies zudem auf positive Effekte der laufenden Kostenoptimierung. Jefferies hob hervor, dass die geringe Abhängigkeit von Künstlicher Intelligenz den Wert im aktuellen Umfeld robuster mache. Für Nokia ist das ein unbequemer Vergleich: Der Konzern positioniert sich selbst als Infrastrukturanbieter für den KI-Boom.

Anleger scheinen Kapital innerhalb des Sektors umzuschichten. Nokias Kursverlust fiel im frühen Handel deutlich aus, obwohl das Unternehmen selbst keine neuen Geschäftszahlen vorgelegt hatte.

Aktien für das Management

Nokia übertrug am Donnerstag insgesamt 2.142.361 eigene Aktien ohne Gegenleistung an Teilnehmer seiner aktienbasierten Vergütungsprogramme. Grundlage ist ein Vorstandsbeschluss vom 2. Oktober 2025. Der Bestand eigener Aktien sinkt damit auf 81.161.716 Papiere.

Mehrere Führungskräfte meldeten den Erhalt von Aktien aus diesen Programmen. Es handelt sich um Zuteilungen, nicht um Käufe am Markt, ein Transaktionspreis wird deshalb nicht ausgewiesen:

  • Konstanty Owczarek: 45.275 Aktien
  • Pallavi Mahajan: 35.192 Aktien
  • David Heard: 35.110 Aktien
  • Patrik Hammarén: 8.505 Aktien

Marktsignale lassen sich daraus kaum ableiten, die Vorgänge sind Routine.

Blick auf den 22. Oktober

Den nächsten echten Test liefert Nokia selbst: Der Zwischenbericht erscheint am 22. Oktober. Dann zeigt sich, ob der Konzern bei Margen und Kostensenkungen mit Ericsson mithalten kann, die zuletzt Rückenwind aus Japan und Indien hatten.