Nokia baut sein Verteidigungsgeschäft aus — diesmal mit einem klaren staatlichen Auftraggeber. Der finnische Konzern tritt einem Konsortium unter Führung des finnischen Grenzschutzes bei, das Drohnenabwehr der nächsten Generation für Patrouillenfahrzeuge und Boote entwickelt.

Die Rolle von Nokia Defense ist dabei technisch klar umrissen: Das Unternehmen liefert ein Netzwerk für sichere Hochleistungskonnektivität, Echtzeit-Datenaustausch und Systeminteroperabilität. Konkret sollen Plattformen, Sensoren und Führungssysteme miteinander verbunden werden — um Behörden schnellere, koordinierte Reaktionen auf Bedrohungen aus der Luft zu ermöglichen.

Landesweiter Einsatz geplant

Das Ziel des Konsortiums ist ein souveränes, integriertes System zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge, das landesweit in Finnland eingesetzt werden soll. Nokia-Manager Mikko Hautala, Chief Geopolitical & Government Relations Officer und Chairman von Nokia Defense, betonte, dass sichere Konnektivität zur Grundlage moderner Verteidigungsorganisationen werde — sowohl in Land- als auch in maritimen Einsatzumgebungen.

Bewertungsphase 2027 bis Anfang 2028

Das Konsortium umfasst Beschaffung und Bereitstellung von Evaluationsplattformen, Konnektivitäts- und Sensingtechnologie sowie Systemintegration. Die Lösungen sollen im Laufe des Jahres 2027 und Anfang 2028 evaluiert werden.

Für Nokia ist der Schritt Teil einer breiteren Repositionierung. Der Konzern hatte sich zuletzt intensiv in Richtung KI-Infrastruktur und Netzwerklösungen für Unternehmenskunden bewegt — mit dem Einstieg ins Verteidigungskonsortium kommt nun ein weiterer Wachstumspfad hinzu. In einem Markt, der angesichts zunehmender Drohnenbedrohungen schnell an Bedeutung gewinnt, positioniert sich Nokia als Konnektivitätsanbieter, nicht als Waffenhersteller. Das ist eine Nische mit wachsender Nachfrage — und mit einem Heimvorteil, den nicht viele Konkurrenten aufweisen können.