Während am vergangenen Montag prominente Traditionskonzerne den europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 verlassen mussten, gilt der finnische Netzwerkausrüster nach seinem zwischenzeitlichen Ausschluss im September 2025 als Musterbeispiel für eine geglückte Rückkehr.
Getragen wird die operative Erholung vor allem von einer rasant steigenden Nachfrage nach Netzwerk- und Übertragungstechnik für künstliche Intelligenz. Die Fokussierung auf moderne Rechenzentrumsarchitekturen zeigt bei den Finnen spürbare Wirkung.
Starkes Wachstum im Geschäft mit Cloud-Kunden
Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Nettoumsatz von Nokia im Jahresvergleich um 8 Prozent auf 4,815 Milliarden Euro. Als stärkster Wachstumsmotor erwies sich dabei das Geschäft mit KI- und Cloud-Kunden, dessen Erlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 105 Prozent zulegten. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die im Vorjahr vollzogene Übernahme des optischen Netzwerkunternehmens Infinera.
Aufgeschlüsselt nach den Kernbereichen steuerte die mobile Infrastruktur im zweiten Quartal rund 2,68 Milliarden Euro zum Gesamterlös bei. Die Sparte Netzwerk-Infrastruktur erreichte ein Umsatzvolumen von etwa 2,04 Milliarden Euro.
Zweistelliger Ergebnissprung im ersten Halbjahr
Parallel zum Erlösanstieg zog auch das operative Ergebnis merklich an. Der vergleichbare Betriebsgewinn verbesserte sich im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 434 Millionen Euro, verglichen mit 367 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Über die ersten sechs Monate des Jahres 2026 hinweg summierte sich der vergleichbare Betriebsgewinn auf 735 Millionen Euro, was einer Steigerung um 28 Prozent entspricht. Der ausgewiesene Periodengewinn für das zweite Quartal lag bei 5 Millionen Euro, nach 92 Millionen Euro im gesamten ersten Halbjahr.
Um die eigene Technologiebasis in der Telekommunikations- und Datenverarbeitung weiterzuentwickeln, investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2000 rund 160 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.
Zudem setzt Nokia zunehmend auf Softwarekooperationen für komplexe Datenstrukturen. Vor gut einer Woche erweiterte der Konzern die Partnerschaft mit Microsoft, um über eine Verknüpfung der Nokia Data Suite mit Microsoft Fabric die Datenbereitstellung für KI-Anwendungen drastisch zu verkürzen.
Jahresziele bleiben auf Kurs
Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seinen Zielen fest und stellt einen vergleichbaren Betriebsgewinn in einer Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro in Aussicht. Nach einem Nettogewinn von 660 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 markiert dieser Ausblick eine angestrebte Beschleunigung der Ertragskraft.
Am Markt wird der strategische Schwenk hin zu margenstarken KI-Infrastrukturen honoriert. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 9,18 Euro. Seit Jahresanfang entspricht dies einem Kursplus von 64 Prozent, wodurch sich der Börsenwert von Nokia auf 50,78 Milliarden Euro beläuft.
Für die Finnen kommt es in den kommenden Quartalen darauf an, das hohe Expansionstempo im margenstarken Cloud-Segment gegen den harten globalen Wettbewerb zu verteidigen.
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