Nokia steigt in den Euro Stoxx 50 auf und ersetzt Volkswagen im Leitindex der Eurozone. Der Indexanbieter STOXX gab die Entscheidung im Rahmen seiner jährlichen Überprüfung bekannt, wie Reuters berichtete. Die Nachricht kam am Markt gut an: Europäische Telekom-Werte zogen im Zuge der Meldung an.
Die Nokia-Aktie notiert aktuell bei 8,68 Euro und legt am heutigen Freitag um 2,8 Prozent zu, nachdem sie am Donnerstag noch bei 8,45 Euro geschlossen hatte. Die Index-Rückkehr dürfte damit als konkreter Kurstreiber gewirkt haben. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs des finnischen Netzwerkausrüsters mehr als verdoppelt, wenngleich das Papier vom 52-Wochen-Hoch weiterhin ein gutes Stück entfernt notiert.
Rechtsstreit mit Asus beigelegt
Neben der Index-Nachricht sorgte zuletzt auch die Klärung eines Patentstreits für Aufmerksamkeit. Nokia und der taiwanische Elektronikkonzern Asus hatten sich in einem Rechtsstreit um standardessenzielle Patente für Netzwerktechnik gegenübergestanden. Asus hatte Nokia vorgeworfen, gegen faire Lizenzierungsverpflichtungen verstoßen zu haben.
Die Auseinandersetzung wurde inzwischen durch eine Lizenzvereinbarung mit verbindlicher Schlichtung über die Konditionen beigelegt – vorausgegangen waren für Nokia günstige Gerichtsentscheidungen in Großbritannien. Mit der Einigung ist damit der letzte einer Reihe globaler Streitfälle Nokias mit großen Geräteherstellern rund um Videopatente abgeschlossen.
Für Anleger ist die Botschaft klar: Nokia räumt rechtliche Unsicherheiten rund um sein Patentportfolio aus dem Weg, während gleichzeitig die Aufwertung im wichtigsten europäischen Aktienindex die Sichtbarkeit des Konzerns bei institutionellen Investoren erhöht.
Beide Entwicklungen fallen in eine Phase, in der der Kurs seit Jahresbeginn bereits um 55 Prozent gestiegen ist – ein Anstieg, der Nokia von den Tiefständen des vergangenen Jahres deutlich wegführt.
Ausblick
Die Kombination aus Index-Aufstieg und geklärter Rechtslage im Patentgeschäft dürfte das Sentiment rund um die Nokia-Aktie kurzfristig stützen. Automatisierte Bewertungsmodelle einzelner Finanzportale hatten das Papier zuletzt uneinheitlich eingestuft, was angesichts der jüngsten fundamentalen Nachrichten aber als nachrangig einzustufen ist.
Entscheidender dürfte sein, ob der Konzern die durch die Patentlizenzen gesicherten Einnahmen und die höhere Indexpräsenz in den kommenden Quartalen operativ nutzen kann.
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