Nokia rüstet seine eigene Infrastruktur auf. Der finnische Netzwerkausrüster verlagert seine internen Systeme in die Cloud. Dafür spannt das Management nun SAP und Microsoft ein. Die Börse honoriert den Schritt mit einem Kursplus.

Neue Basis für interne Prozesse

Konkret wandert die Ressourcenplanung von Nokia in das Modell „RISE with SAP“. Die Kernsysteme laufen künftig auf der Cloud-Plattform Microsoft Azure. Damit modernisiert der Konzern sein eigenes operatives Rückgrat. Es geht um zentrale Abläufe in den Bereichen Finanzen, Beschaffung und Lieferketten.

Industrieunternehmen lagern derzeit massiv geschäftskritische Anwendungen aus. Das Ziel: Die Datenbasis für künftige Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz bereinigen. Nokia reiht sich in diesen Trend ein. Finanzielle Details oder konkrete Einsparziele des Umbaus bleiben allerdings unklar.

Hohe Volatilität prägt den Kurs

Die Aktie reagiert positiv und klettert um 2,78 Prozent auf 11,65 Euro. Damit stoppt das Papier vorerst eine scharfe Korrektur. In den vergangenen 30 Tagen verlor der Titel 16,40 Prozent an Wert.

Langfristig bleibt das Bild extrem stark. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von über 109 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Schwankungsbreite bleibt mit einer annualisierten Volatilität von rund 75 Prozent jedoch enorm.

Der Markt belohnt das Signal der Erneuerung. Langfristig muss das Management jedoch beweisen, dass die neue IT-Struktur messbare Kostenvorteile bringt. Erst wenn schnellere Prozesse und eine geringere Komplexität die operativen Margen stützen, zahlt sich das Cloud-Projekt für Aktionäre aus.