Umfangreiche Neuaufträge reichen derzeit nicht aus, um die Aktie von Nordex gegen den schwachen Gesamtmarkt zu stemmen. Das Papier des Windkraftanlagenbauers verliert heute 3,3 Prozent auf 34,24 Euro. Belastet von steigenden Anleiherenditen und einem schwachen MDAX gerät der Titel trotz gut gefüllter Auftragsbücher spürbar unter Verkaufsdruck.
Am Dienstag meldete das Unternehmen neue Bestellungen über 35 Turbinen mit einer Gesamtleistung von rund 228 Megawatt. Die Anlagen sind für Projekte in Süd-, Mittel- und Osteuropa vorgesehen. Die vereinbarten Serviceverträge laufen über Zeiträume von bis zu 25 Jahren. Ausgestattet sind die Turbinen unter anderem mit einer Kaltklima-Technologie, die Ertragsverluste bei Vereisung um bis zu 80 Prozent reduzieren kann.
Starke Präsenz in Schlüsselmärkten
Zusätzlichen operativen Rückhalt liefert das Geschäft im türkischen Markt, in dem Nordex seinen Marktanteil zuletzt auf 34 Prozent bezifferte. Neben laufenden Großprojekten wie der geplanten Belieferung des Sivas-Projekts mit 72 Anlagen betreibt das Unternehmen seit Mai 2026 eine eigene Rotorblattfertigung in Menemen. Bei voller Auslastung sollen dort jährlich bis zu 1.200 Rotorblätter gefertigt werden.
Die fortschreitende Lokalisierung der Produktion stärkt die Lieferketten des Konzerns in einer Phase wachsender regionaler Ausbauziele. Dennoch zeigen sich die Marktteilnehmer zurückhaltend, da Projektverzögerungen und das allgemeine Zinsumfeld die Investitionsbereitschaft im europäischen Industriesektor weiterhin dämpfen.
Blick auf die anstehenden Quartalszahlen
Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich zuletzt von 0,13 Euro auf 0,47 Euro. Für eine nachhaltige Neubewertung warten Investoren nun auf neue operative Belege. Die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 ist für den 5. November 2026 angekündigt.
Analystenseitig bleibt der Zuspruch intakt: Sowohl Goldman Sachs als auch die Deutsche Bank führten die Aktie zuletzt mit einer Kaufempfehlung. Mit einem Abstand von 33 Prozent zum 52-Wochen-Hoch notiert der Titel derzeit jedoch klar unter seinen bisherigen Jahreshöchstständen.
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