Ein Vierteljahrhundert nach dem Börsengang feiert Nordex mit neuen Aufträgen — und einer Herabstufung durch BofA Securities. Das Zusammenspiel aus starker Kursentwicklung und wachsenden Bewertungsbedenken prägt das aktuelle Bild.
BofA bremst nach 56-Prozent-Rally
Die Bank of America stufte Nordex von „Buy“ auf „Neutral“ herab. Auslöser ist weniger eine Verschlechterung der Fundamentaldaten als die Bewertung selbst: Seit Jahresbeginn hat die Aktie 56 Prozent zugelegt — während der europäische Windenergie-Index SXNP im gleichen Zeitraum drei Prozent verlor. Das Kursziel bleibt bei 50 Euro, doch das Aufwärtspotenzial ist damit weitgehend ausgereizt.
BofA verweist auf ein EV/EBITDA-Multiple von 7,6x für 2027 — rund 20 Prozent über dem bereinigten Zehnjahresschnitt von 6,4x. Gleichzeitig kürzte die Bank ihre EBITDA-Schätzungen leicht: für 2026 auf 949 Millionen Euro, für 2027 auf 1,15 Milliarden Euro. Als Risikofaktoren nennt sie Kraftstoffkosten bei ausgehenden Frachttransporten sowie den Umstand, dass mehr als 30 Prozent der Bauteile aus China bezogen werden.
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Neue Aufträge zum runden Jubiläum
Parallel zur Abstufung meldete Nordex gleich zwei neue Projekte. In Schleswig-Holstein liefert das Unternehmen sieben Anlagen des Typs N149/5.X für das Repowering-Projekt Lütau 2 — 39,9 MW Gesamtleistung, Inbetriebnahme für Sommer 2027 geplant, inklusive 20-jährigem Premium-Service-Vertrag. Das Projekt erweitert den bestehenden Windpark Lütau 1 auf eine Gesamtleistung von 68,4 MW.
In der Türkei baute Nordex die Zusammenarbeit mit der Efor Holding aus: 18 Anlagen des Typs N175/6.X, insgesamt 120 MW, Kaltklima-Ausführung, zehn Jahre Premium Service. Beide Aufträge fielen auf den 2. April — den 25. Jahrestag des Börsengangs an der Frankfurter Wertpapierbörse.
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Mittelfristiger Ausblick bleibt intakt
Trotz der Herabstufung zeichnet BofA ein konstruktives Mittelfristbild. Der Konzernumsatz soll von 7,55 Milliarden Euro (2025) auf 10,57 Milliarden Euro im Jahr 2027 wachsen, die bereinigte EBITDA-Marge von 8,35 auf 10,9 Prozent steigen. Den Gewinn je Aktie sehen die Analysten bei 2,23 Euro für 2026 und 3,55 Euro für 2028 — nach 1,19 Euro im abgelaufenen Jahr.
Strukturell interessant: In Deutschland ist laut BofA inzwischen nicht mehr das Genehmigungsverfahren der primäre Engpass für neue Windkraftinstallationen, sondern die Netzinfrastruktur. Das begrenzt das Wachstumstempo auch dann, wenn die geplante Auktionserhöhung auf über 12 GW jährlich kommt.
Ob die Auftragsdynamik die aktuelle Bewertung trägt, zeigt sich schon bald: Am 27. April legt Nordex die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor, die Hauptversammlung folgt am 5. Mai.
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