Die Nordex Group hat sich einen weiteren Auftrag in Polen gesichert. Am 3. Dezember 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass ein internationaler unabhängiger Energieerzeuger 20 Windenergieanlagen des Typs N149/5.X geordert hat. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 118 MW. Der Name des Auftraggebers bleibt unter Verschluss.

Besonders interessant: Zum Deal gehört ein Premium-Servicevertrag mit einer Laufzeit von bis zu 15 Jahren. Damit sichert sich Nordex nicht nur den einmaligen Umsatz aus dem Anlagenverkauf, sondern auch langfristige Erträge aus Wartung und Service. Ein Geschäftsmodell, das für Stabilität sorgt.

Starke Position im polnischen Markt

Polen entwickelt sich zu einem Kernmarkt für die Hamburger. Bis heute hat die Nordex Group über 600 Windenergieanlagen in dem Land installiert – eine Gesamtleistung von 1,7 GW. Die geografische Nähe zu den deutschen Produktionsstandorten und die wachsenden Ausbauziele Polens im Bereich erneuerbare Energien spielen dem Unternehmen in die Karten.

Weltweit hat Nordex inzwischen rund 57 GW Windenergieleistung in über 40 Märkten installiert. Im Jahr 2024 erzielte der Konzern einen Umsatz von etwa 7,3 Milliarden Euro bei mehr als 10.400 Mitarbeitern.

Warteschlange von 1.700 GW ungenutzt

Doch die Branche kämpft mit strukturellen Problemen. Konservativ geschätzt warten derzeit etwa 1.700 GW an Windkraftprojekten in Europa auf Netzanschluss. Die raschen Aufbauziele für Wind- und Solarleistung überfordern die bestehende Netzinfrastruktur. Fehlende Speicherkapazitäten und mangelnde Flexibilität bremsen die Integration zusätzlich aus.

Für Nordex bedeutet das zweierlei: Einerseits gibt es einen gewaltigen Nachfragestau, der sich bei erfolgreichen Netzausbauten in zusätzlichen Aufträgen niederschlagen könnte. Andererseits verzögern sich Projekte, was Umsätze in die Zukunft verschiebt und Planungsunsicherheit schafft.

Auftragsserie intakt

Der aktuelle Polen-Deal reiht sich nahtlos in die jüngste Auftragsserie von Nordex ein. Das Unternehmen konnte in den vergangenen Monaten mehrfach neue Bestellungen vermelden. Die Pipeline füllt sich, auch wenn die Herausforderungen in der Branche bestehen bleiben. Die langfristigen Serviceverträge schaffen zudem wiederkehrende Einnahmen – ein Faktor, den Investoren schätzen.