Nordex hat am Freitag an der Börse nachgegeben; die Tagesveränderung betrug -2,0%. Dem Rückgang stehen ein neuer Auftrag aus Neuseeland und eine angehobene Margenprognose gegenüber. Der am Donnerstag gemeldete Vertrag mit Mercury verbindet den Verkauf von Windenergieanlagen mit einem langfristigen Servicegeschäft.

Reuters berichtete für Freitag über schwächere europäische Aktienmärkte angesichts steigender Ölpreise und geopolitischer Spannungen. Ein konkreter Zusammenhang mit der Tagesbewegung von Nordex lässt sich daraus nicht ableiten. Für Anleger stehen damit das belastete Börsenumfeld und die positiven Unternehmensnachrichten nebeneinander.

Mercury bestellt Anlagen und langfristigen Service

Mercury bestellte nach Unternehmensangaben 40 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 192 MW für einen Windpark in Otago. Hinzu kommt ein Servicevertrag über 30 Jahre.

Der Auftrag umfasst Anlagen des Typs N133/4.8. Anleger erhalten damit nicht nur eine neue Bestätigung für das Anlagengeschäft: Die Vereinbarung bindet Nordex auch langfristig in die Betreuung des Windparks ein. Anlagenlieferung und Service sind gemeinsam Bestandteil des Geschäfts mit Mercury.

Für die Bewertung der Nachricht ist diese Kombination entscheidend. Der Vertrag enthält neben dem Verkauf der Turbinen eine langfristige Servicekomponente. Die Bestellung ist damit mehr als eine reine Liefermeldung.

Höhere Marge untermauert den Ausblick

Bereits am 16. Oktober hatte Nordex vorläufige Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Dabei rückte vor allem die Profitabilität in den Mittelpunkt.

Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 2.187 Mio. Euro und ein EBITDA von 278 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge erreichte 12,7 %.

Die Bedeutung dieser Zahlen reicht über das abgeschlossene Quartal hinaus. Nordex hob zugleich den Margenausblick für das Gesamtjahr an. Damit ergänzte eine höhere Ergebnisprognose die später gemeldete Bestellung aus Neuseeland.

Für 2026 erhöhte Nordex die erwartete EBITDA-Marge von 8,0–11,0 % auf 11,5–12,5 %. Es handelt sich weiterhin um eine Prognose; die Quartalszahlen sind vorläufig.

Analystenreaktion und nächster Prüfstein

Auch auf Analystenseite gab es eine positive Neubewertung. Berenberg erhöhte am 19. Oktober das Kursziel von 58 auf 61 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung.

Die Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 ist für den 5. November angekündigt. Dieser Termin ist der nächste konkrete Prüfstein für die vorläufig gemeldete Ergebnisentwicklung. Bis dahin prägen der Mercury-Auftrag und der höhere Margenausblick die unternehmensspezifische Nachrichtenlage — trotz des jüngsten Kursrückgangs.