Ein Rekordquartal beim dänischen Konkurrenten Vestas beflügelt am Mittwoch die gesamte Windkraftbranche. Nordex zieht im Windschatten kräftig an und notiert im XETRA-Handel zeitweise bis zu 7 Prozent im Plus.
Auslöser ist die Zahlenvorlage von Vestas Wind Systems. Der Windanlagenbauer hat seine Ergebnisprognose für 2026 erhöht und peilt nun eine Ebit-Marge von sieben bis neun Prozent an — ein Prozentpunkt mehr als zuvor in Aussicht gestellt. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um mehr als ein Viertel auf 4,7 Milliarden Euro, die operative Marge sprang von 1,5 auf 9,4 Prozent und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.
Warum die Zahlen den ganzen Sektor bewegen
Die Vestas-Aktie selbst legte im Tagesverlauf zweistellig zu. Analyst Colin Moody von RBC bezeichnete die Prognoseanhebung angesichts des Ausmaßes der positiven Überraschung sogar als noch zurückhaltend und lobte das parallel angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 400 Millionen Euro. Auch bei JP Morgan hieß es, der Marktkonsens sei nicht nur deutlich übertroffen worden — es habe sich zudem um den ersten erhöhten Margen-Ausblick in einem ersten Halbjahr seit zehn Jahren gehandelt.
Für die Branche insgesamt ist das ein Signal: Die Nachfrage nach Windkraft bleibt robust. Der Auftragseingang von Vestas stieg im zweiten Quartal um 67 Prozent auf 3,35 Gigawatt, der Gesamt-Auftragsbestand inklusive Service-Verträgen lag zum 30. Juni bei 76,9 Milliarden Euro. Goldman Sachs sieht das mittelfristige Margenziel von 10 Prozent bei Vestas inzwischen in Sichtweite — ein Trend, der auch für Wettbewerber wie Nordex Rückenschlüsse zulässt, da beide Unternehmen unter ähnlichen Kostenstrukturen und Marktbedingungen operieren.
Neben Nordex profitierte am Mittwoch auch Siemens Energy von der positiven Branchenstimmung, wenn auch in geringerem Ausmaß. Die Kursbewegung bei Nordex zeigt, wie stark die Aktie inzwischen als Stellvertreter für die Stimmung im gesamten europäischen Windkraftsektor gehandelt wird — ohne dass eigene Nordex-spezifische Nachrichten den Ausschlag geben.
Ob sich der positive Impuls über den heutigen Handelstag hinaus hält, dürfte sich zeigen, wenn Nordex mit eigenen Geschäftszahlen nachlegt. Bis dahin bleibt die Aktie an den Kursbewegungen des größeren dänischen Rivalen orientiert.
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