Der norwegische Bergbaukonzern Nordic Mining muss einen herben Rückschlag bei der Vermarktung seines Engebø-Projekts hinnehmen. Die Barton Mines Company hat die bestehende Abnahmevereinbarung mit der Unternehmenstochter Engebø Rutile and Garnet AS heute gekündigt. Der Aktienkurs reagiert mit deutlichen Verlusten auf die Nachricht und fällt heute um 10 Prozent auf 0,8100 NOK.

Das Management von Nordic Mining wies den Schritt des Partners umgehend zurück. Das Unternehmen teilte mit, man betrachte die Kündigung durch Barton Mines als unbegründet.

Gleichzeitig kündigte die Gesellschaft an, ungeachtet der Meinungsverschiedenheiten das Gespräch zu suchen, um eine mögliche neue Regelung mit Barton auszuloten. Die Vereinbarung mit dem US-Partner galt als ein wichtiger Baustein für den Vertrieb der künftigen Produktion aus dem Mineralienprojekt Engebø.

Rechtsstreit mit Generalunternehmer schwelt weiter

Die Kündigung des Abnahmevertrags trifft das Unternehmen in einer ohnehin angespannten Phase. Erst in der vergangenen Woche sah sich die Tochtergesellschaft Engebø Rutile and Garnet AS mit juristischen Schritten eines wichtigen Partners konfrontiert. Das EPC-Bauunternehmen Nordic Bulk AS hatte ein Verfahren eingeleitet und Forderungen in Höhe von rund 50 Millionen NOK geltend gemacht.

Die Nordic-Mining-Tochter bestreitet diese Forderung teilweise als unbegründet. Das Unternehmen gab an, Zahlungen im Zuge ausstehender Mängelbeseitigungen zurückgehalten zu haben. Zudem betonte der Konzern, dass das juristische Verfahren die laufenden operativen Aktivitäten am Standort Engebø nicht beeinträchtigen werde.

Außerordentliche Hauptversammlung soll Sanierung einleiten

Parallel zu den vertraglichen und juristischen Auseinandersetzungen treibt der Vorstand die Neuordnung der Finanzen voran. Für den 13. Oktober 2026 hat Nordic Mining eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Auf dem Treffen sollen die Aktionäre über eine umfassende finanzielle Restrukturierung des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften beschließen.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, frisches Kapital einzuwerben und eine tragfähige, langfristige Finanzierungsplattform zu schaffen. Diese Mittel werden benötigt, um den Hochlauf des Engebø-Projekts vollständig abzuschließen.

Die Häufung der operativen und finanziellen Herausforderungen spiegelt sich im Kursverlauf wider: Binnen sieben Tagen hat das Papier an der Börse 25 Prozent an Wert eingebüßt. Vor der Abstimmung im Oktober steht das Unternehmen damit unter erheblichem Druck, die Abnahme- und Bauverträge zu stabilisieren.