Nordnet hat am Mittwoch die Handelszahlen für Juli veröffentlicht und damit einen weiteren Beleg für das anhaltende Wachstum des skandinavischen Brokers geliefert. Die Kunden des Unternehmens führten im vergangenen Monat 5.304.900 Transaktionen mit börsennotierten Finanzinstrumenten aus, umgerechnet rund 230.600 Geschäfte pro Handelstag. Gleichzeitig gewann Nordnet 18.100 neue Kunden hinzu, ein Plus von 13 Prozent im Jahresvergleich. Das Nettosparen belief sich im Juli auf 9,6 Milliarden schwedische Kronen, womit sich der Zufluss seit Jahresbeginn 2026 auf 64,4 Milliarden Kronen summiert.
Rekordquartal als Fundament
Die Julizahlen fügen sich in ein bereits sehr starkes zweites Quartal ein, das Nordnet Mitte Juli vorgelegt hatte. Der Betriebsertrag erreichte im Zeitraum April bis Juni mit 1.634 Millionen Kronen einen Höchstwert, ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Betriebsgewinn kletterte um 33 Prozent auf 1.190 Millionen Kronen, das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 3,80 Kronen. Zum Ende des zweiten Quartals verwaltete Nordnet ein Gesamtvermögen von 1.374 Milliarden Kronen, ein Plus von 29 Prozent im Jahresvergleich, und zählte erstmals mehr als 2,5 Millionen Kunden.
Im gleichen Zeitraum trat Nordnet als nordischer Vertriebspartner beim Börsengang von SpaceX auf und brachte über die Fondsplattform Nordnet Fonder den ersten deutschen Indexfonds auf den nordischen Markt. Beide Initiativen unterstreichen den Versuch des Unternehmens, sein Angebot über die Kernmärkte hinaus auszubauen. Ergänzend meldete Nordnet Ende Juli, dass die Tochtergesellschaft Nordnet Livsforsikring AS 77.021 Aktien an Nordic Financials ASA verkauft hat – eine Anpassung im Anlageportfolio der Versicherungssparte, die für sich genommen aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Konzernzahlen hat.
Barclays bleibt skeptisch, Kursziel steigt trotzdem
Trotz der starken operativen Entwicklung sendete Barclays am 2. August ein gemischtes Signal: Die Analysten hoben ihr Kursziel für die Nordnet-Aktie von 310 auf 320 schwedische Kronen an, beließen die Einstufung aber bei „Sell“. Die Anhebung des Ziels bei gleichzeitigem Verkaufsvotum deutet darauf hin, dass Barclays die operative Stärke zwar anerkennt, die Bewertung der Aktie nach der Rally der vergangenen Monate aber weiterhin für ambitioniert hält.
Am Kapitalmarkt zeigt sich das Papier zuletzt uneinheitlich. Nach dem Schlusskurs vom Freitag bei 32,62 Euro liegt die Aktie seit Jahresbeginn mit 30,58 Prozent klar im Plus, hat aber auf Sicht von sieben Tagen um 2,16 Prozent nachgegeben. Medienberichten zufolge fiel der Kurs am 5. August unter die 38-Tage-Durchschnittslinie auf 32,80 Euro, was auf eine kurzfristige Verschnaufpause hindeutet – der seit Dezember 2025 bestehende Aufwärtstrend blieb davon laut denselben Berichten jedoch unberührt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 34,18 Euro beträgt derzeit 4,56 Prozent, was die Aktie trotz der jüngsten Schwäche in Reichweite ihrer Jahresspitze hält.
Blick auf die kommenden Wochen
Anleger richten den Blick nun auf mehrere anstehende Termine. Ab dem 17. August beginnt die Zeichnungsfrist für 2.500.000 Optionsscheine im Rahmen des Anreizprogramms 2023, die bis zum 31. August läuft und im Anschluss an den Halbjahresbericht startet. Wenige Tage später, am 20. August, tritt Nordnet beim Nordea Small & Mid Cap Seminar in Stockholm auf. Der nächste größere Fixpunkt für die Bewertung des Unternehmens dürfte der Quartalsbericht zum dritten Quartal sein, der laut Schätzungen am 22. Oktober veröffentlicht werden soll. Bis dahin bleibt die Frage im Raum, ob sich das Wachstumstempo aus Kundenzahlen, Sparvolumen und Handelsaktivität auch im laufenden dritten Quartal fortsetzen lässt.
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