Die Verteidigungsbranche erlebt einen beispiellosen Frontalangriff aus dem Weißen Haus. Am Mittwoch verkündete US-Präsident Donald Trump drastische Maßnahmen gegen Rüstungskonzerne – und Northrop Grumman gehört zu den Hauptbetroffenen. Die Aktie des Unternehmens stürzte um 5,5 Prozent ab, nachdem Trump ein Verbot von Dividenden und Aktienrückkäufen androhte.
Der Präsident macht seinem Unmut auf Truth Social Luft: Verteidigungsunternehmen würden Militärausrüstung nicht schnell genug produzieren und nach der Lieferung unzureichend warten. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Keine Ausschüttungen an Aktionäre mehr, bis sich die Lage verbessert. Das Geld solle stattdessen in neue Produktionsanlagen fließen, nicht in die Taschen der Investoren oder als Zins an Finanzinstitute.
Sentinel-Debakel als Warnsignal
Besonders pikant für Northrop Grumman: Das Sentinel-Interkontinentalraketenprogramm, das die alternden Minuteman-III-Raketen ersetzen soll, entwickelt sich zum Milliardengrab. Das 140-Milliarden-Dollar-Projekt liegt Jahre hinter dem Zeitplan zurück und überschreitet das Budget um 81 Prozent, wie das US-Militär im vergangenen Jahr einräumte. Ein Paradebeispiel für genau jene Probleme, die Trump nun anprangert.
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Doch Trump zielt nicht nur auf Dividenden. Auch die Millionengehälter der Topmanager nimmt er ins Visier. Executive-Vergütungen bezeichnet er als „exorbitant und nicht zu rechtfertigen“ – künftig sollen sie auf 5 Millionen Dollar gedeckelt werden. Eine drastische Kürzung, wenn man bedenkt, dass die Chefs der großen Rüstungskonzerne typischerweise über 20 Millionen Dollar jährlich durch Gehälter und Aktienpakete einstreichen.
Lichtblick trotz politischem Gegenwind?
Kann ausgerechnet ein neuer Navy-Auftrag die Stimmung drehen? Northrop Grumman sicherte sich einen 94,3-Millionen-Dollar-Vertrag zur Entwicklung eines 21-Zoll-Feststoffraketenmotors. Das System soll gegen schnelle Luftziele, Überwasserziele und hypersonische Bedrohungen eingesetzt werden. Die Entwicklung dauerte gerade einmal zehn Monate – ein Tempo, das Trump gefallen dürfte.
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Der Auftrag umfasst auch die Produktion von 60 Einheiten für Tests und Lieferung. Seit 2018 hat Northrop Grumman knapp eine Milliarde Dollar in den Ausbau seiner Kapazitäten für Waffen- und Raketenkomponenten investiert. Die Produktionskapazität für kleine taktische Feststoffraketenmotoren in West Virginia wird verdreifacht, in Utah verdoppelt sich die Fertigung großer Raketenmotoren, und in Maryland steigt die Kapazität um 25 Prozent.
Wie Trump seine angekündigten Beschränkungen durchsetzen will, bleibt unklar. Lockheed Martin etwa erhöhte im Oktober zum 23. Mal in Folge die Dividende und genehmigte Aktienrückkäufe von bis zu 2 Milliarden Dollar. Die Unsicherheit über die rechtliche Umsetzbarkeit zeigt sich auch am Markt: Nach anfänglichen Verlusten erholten sich manche Titel im nachbörslichen Handel wieder leicht. Für Northrop Grumman und die gesamte Branche bleibt die Lage jedoch angespannt – der politische Druck ist real und könnte das Geschäftsmodell der Rüstungskonzerne fundamental verändern.
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