Vor den Ende des Monats anstehenden Geschäftszahlen sortieren Marktteilnehmer die Perspektiven für Novartis neu. Die Analysten von Morgan Stanley passten am Dienstag ihr Kursziel für den Pharmakonzern an. Das Haus beließ die Einstufung im Rahmen einer Risiko-Ertrags-Aktualisierung auf „Overweight“.

An den europäischen Handelsplätzen zeigte sich der Titel zuletzt stabil. Am gestrigen Donnerstag schloss die Aktie bei 126,98 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,8 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang beläuft sich das Kursplus des Wertpapiers auf 7,4 Prozent.

Neue Daten zur Neurologie-Pipeline

Inhaltlich rücken für Anleger die wissenschaftlichen Fortschritte des Konzerns in den Mittelpunkt. Novartis kündigte am Mittwoch an, auf dem Fachkongress MSToronto2026 neue Daten aus seinem Multiple-Sklerose-Portfolio vorzustellen. Insgesamt sind 46 Abstracts aus diesem Bereich für die Konferenz vorgesehen.

Im Fokus stehen dabei späte Daten aus den beiden Phase-III-Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 zum Wirkstoffkandidaten Remibrutinib. Um die Erkenntnisse einzuordnen, kündigte das Unternehmen zudem eine virtuelle Informationsveranstaltung für Investoren an.

Erweiterung des Wirkstoff-Portfolios

Der Wirkstoff Remibrutinib gewinnt für Novartis an Bedeutung. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte das Mittel unter dem Handelsnamen Rhapsido als erste Behandlung für Erwachsene mit symptomatischem Dermographismus. Die Indikation gilt für Patienten, deren Beschwerden durch H1-Antihistaminika nicht ausreichend kontrolliert werden. Damit erweitert sich der Einsatzbereich des Wirkstoffs über die chronische spontane Urtikaria hinaus.

Parallel dazu baut der Konzern seine Aktivitäten bei mRNA-Therapien aus. Novartis schloss eine Lizenz- und Optionsvereinbarung mit Abogen Biosciences ab. Die Vereinbarung sichert die weltweiten Rechte an dem Wirkstoffkandidaten ABO2203 sowie Optionen auf weitere Entwicklungsprogramme.

Für diesen Schritt leistet Novartis eine Vorauszahlung von 575 Millionen US-Dollar. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, können abhängig von der Entwicklung und Zulassung bis zu weitere 7,2 Milliarden US-Dollar an Meilensteinen hinzukommen.

Quartalsergebnisse Ende Oktober terminiert

Klarheit über den finanziellen Verlauf erhalten Marktteilnehmer in Kürze. Novartis plant die Vorlage der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 27. Oktober 2026. Anleger werden dann prüfen, wie sich die Pipeline-Investitionen und jüngsten Weichenstellungen auf die Ertragslage auswirken.