Die Europäische Kommission hat grünes Licht gegeben: Novartis darf sein Gentherapie-Medikament Itvisma in der EU verkaufen. Zugelassen ist es für Patienten mit spinaler Muskelatrophie (SMA) ab zwei Jahren, einschließlich Jugendlicher und Erwachsener.

Bisher gab es für diese Altersgruppe in der EU keine Gentherapieoption. Itvisma ist die erste ihrer Art – verabreicht als einmalige Dosis. Die Zulassung stützt sich auf die STEER-Studie. Nach 52 Wochen zeigte sich bei den Probanden eine deutliche Verbesserung der motorischen Funktion, gemessen am HFMSE-Score.

Das ist ein wichtiger Meilenstein für Novartis. Die Pipeline des Basler Konzerns bekommt neues Gewicht. Denn SMA-Patienten über das Kindesalter hinaus hatten bislang kaum Zugang zu solchen Therapien.

Positive Marktsignale

Die Novartis-Aktie reagiert freundlich. Am Donnerstagvormittag notiert sie bei 136,44 Euro – ein Plus von 0,87 Prozent. Der Kurs liegt damit deutlich über den gleitenden Durchschnitten der letzten 50 und 200 Tage (129,03 Euro beziehungsweise 123,21 Euro). Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16 Prozent.

Analysten der Bank of America halten an ihrer Kaufempfehlung fest. Sie erwarten für das zweite Quartal 2026 nur eine geringe Abweichung vom Marktkonsens und bestätigten den Jahresausblick.

Die Zulassung kommt zur rechten Zeit. SMA ist eine seltene, aber schwere Erbkrankheit, die Muskelschwund verursacht. Mit Itvisma erobert Novartis ein neues Patientensegment – und das in einem hochpreisigen Markt für Spezialtherapien. Die Heilungserwartung bleibt vorsichtig: Die Studie lief über 52 Wochen, Daten zur Langzeitwirkung stehen noch aus. Novartis wird nachlegen müssen.