Novo Nordisk fährt sein Aktienrückkaufprogramm hoch, während sich das Unternehmen zugleich mit Kapazitätsfragen und den Nachwirkungen enttäuschender Studienergebnisse auseinandersetzt. Zwischen dem 6. und 10. Juli 2026 erwarb der dänische Pharmakonzern 975.000 B-Aktien für insgesamt 2,73 Milliarden dänische Kronen. Seit dem Start des Programms am 4. Februar 2026 kaufte Novo Nordisk damit knapp 24 Millionen Aktien für 6,53 Milliarden Kronen zurück. Das Programm läuft noch bis zum 1. Februar 2027 und ist auf maximal 15 Milliarden Kronen begrenzt, wovon bislang gut 11,2 Milliarden Kronen als Obergrenze für diesen Abschnitt gelten. Im Bestand liegen mittlerweile 41.169.480 eigene Aktien, was rund 0,9 Prozent des Kapitals entspricht.
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der Anleger die Aktie unterschiedlich einschätzen. TipRanks führt das Analystenrating für die US-notierte Novo-Nordisk-Aktie derzeit mit „Hold“ bei einem Kursziel von 45 US-Dollar. Deutsche Bank äußerte sich zurückhaltender und verwies auf begrenztes Aufwärtspotenzial aus der ZEUS-Studie angesichts des nahenden Patentablaufs, mit einem Kursziel von 290 dänischen Kronen für die Kopenhagen-Notierung.
Kapazitätsfrage rückt in den Fokus
Das Management von Novo Nordisk erwägt laut MedWatch zusätzliche Investitionen in die Produktion, einschließlich Auftragsfertigung in China. Genauere Details sollen Investoren erst auf dem Kapitalmarkttag im September erhalten. Die Frage der Fertigungskapazitäten gewinnt an Bedeutung, seit die orale Wegovy-Pille in den USA seit dem 5. Januar 2026 verfügbar ist und sich rasch durchsetzt. Goldman Sachs rechnet mit einem Spitzenumsatz der Pille von über 40 Milliarden Kronen. Bereits in der zweiten Woche nach dem Start wurden mehr als 20.000 Rezepte ausgestellt, und bis Mai 2026 entfiel bereits rund ein Drittel aller Wegovy-Verschreibungen auf die orale Variante statt auf die Spritze.
Parallel dazu wächst die Konkurrenz. Eli Lilly bringt mit Foundayo ein eigenes orales GLP-1-Präparat in Stellung, und ab Juli 2026 übernimmt Medicare in den USA einen Teil der Kosten für GLP-1-Medikamente zu 50 US-Dollar im Monat. Lilly präsentierte zudem Phase-3-Daten zu Retatrutide, die einen Gewichtsverlust vergleichbar mit bariatrischer Chirurgie zeigten – ein Signal, dass der Wettbewerbsdruck im Adipositas-Markt zunimmt.
CagriSema und Alzheimer-Studie belasten Sentiment
Auf der Forschungsseite kämpft Novo Nordisk mit Rückschlägen. Das kombinierte Präparat CagriSema erreichte in einer Phase-3-Studie nach 84 Wochen einen Gewichtsverlust von 23 Prozent – gegenüber 25 Prozent bei Konkurrent Zepbound. Die Aktie reagierte auf die Daten mit Kursverlusten. CEO Mike Doustdar bezeichnete CagriSema dennoch als „fantastisches Medikament“ und verwies auf die geplante REDEFINE-11-Studie sowie höhere Dosierungen als nächste Schritte. Das Unternehmen hatte zuvor rund 2 Milliarden US-Dollar in ein experimentelles Präparat eines chinesischen Herstellers investiert, um die Pipeline zu verbreitern.
Bereits im November 2025 hatte Novo Nordisk zwei Phase-3-Studien zu Semaglutid bei Alzheimer eingestellt, nachdem mehr als 3.500 Patienten keine Verzögerung des Krankheitsverlaufs zeigten. Die Aktie verlor damals rund 9 Prozent. Morgan Stanley hatte bei einem Erfolg mit einem zusätzlichen Jahresumsatz von über 4 Milliarden Euro gerechnet – dieses Potenzial entfällt nun.
Kursbild zeigt Stabilisierung
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt gefangen. Zum Dienstagsschluss notierte Novo Nordisk bei 42,91 Euro, nach einem Plus von 13,15 Prozent auf Monatssicht, während die Wochenveränderung mit 0,30 Prozent nahezu unverändert blieb. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 3,97 Prozent zu Buche, und auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 26,20 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 60,95 Euro aus Ende Juli 2025 trennen die Aktie noch 29,61 Prozent, während der Abstand zum im März 2026 markierten Jahrestief bei 30,25 Euro bei 41,83 Prozent liegt. Der Kurs notiert derzeit 8,05 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 5,84 Prozent über der 200-Tage-Linie, was auf eine technisch intakte Erholung hindeutet. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 190,75 Milliarden Euro. Trotz der Studien-Rückschläge bietet die Aktie mit einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent bei einer Ausschüttungsquote von 40 Prozent weiterhin ein Argument für einkommensorientierte Anleger.
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