Novo Nordisk treibt sein Aktienrückkaufprogramm konsequent voran und sichert parallel seine Patentrechte auf dem europäischen Markt. Beide Entwicklungen zeigen, wie der dänische Pharmakonzern versucht, auf mehreren Ebenen gegenzusteuern, während die Aktie seit Jahresbeginn deutlich unter Druck steht.
Laut einer Pflichtmitteilung des Unternehmens hat Novo Nordisk bis zum 14. August insgesamt 28.884.179 B-Aktien zu einem Durchschnittskurs von 279,80 dänischen Kronen zurückgekauft, was einem Gegenwert von rund 8,08 Milliarden Kronen entspricht. Damit hält der Konzern inzwischen 42.924.876 eigene B-Aktien als Treasury Shares, das entspricht 1,0 Prozent des Grundkapitals. Das im Mai gestartete Programm läuft bis zum 1. Februar 2027 und hat ein Gesamtvolumen von bis zu 11,2 Milliarden Kronen.
Solche Rückkäufe signalisieren üblicherweise Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung, gerade in einer Phase, in der der Kurs spürbar gelitten hat.
Erfolg vor Gericht in den Niederlanden
Auf der juristischen Seite hat Novo Nordisk einen Erfolg verbucht: Ein niederländisches Bezirksgericht erließ Anfang August eine einstweilige Verfügung gegen die Ceban Ziekenhuisfarmacie B.V., die dem Unternehmen zufolge ein Semaglutid-Nasenspray unter Verletzung eines ergänzenden Schutzzertifikats hergestellt hatte.
Das Gericht ordnete an, dass Ceban die Produktion einstellt, Produktlistungen entfernt, Informationen zur Lieferkette offenlegt und die Anwaltskosten von Novo Nordisk übernimmt. Solche Verfahren gegen Nachahmerprodukte gewinnen an Bedeutung, je stärker der Wettbewerb im GLP-1-Markt zunimmt, in dem Nachahmer versuchen, von der hohen Nachfrage nach semaglutidhaltigen Präparaten zu profitieren.
Kursbild bleibt angeschlagen
Am Kapitalmarkt hat sich die Aktie zuletzt leicht stabilisiert: Am Freitag schloss das Papier bei 39,98 Euro, ein Plus von 1,0 Prozent auf Tagesbasis und ein Anstieg von 2,9 Prozent auf Wochensicht.
Der Blick auf die längeren Zeiträume relativiert diese Erholung jedoch: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 9,2 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht summiert sich der Rückgang auf 18 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 54,86 Euro, das Ende Januar erreicht wurde, notiert die Aktie noch 27 Prozent entfernt.
Die Kombination aus Rückkäufen, juristischer Absicherung und operativer Weiterentwicklung – etwa durch die im Aufbau befindliche KI-Partnerschaft mit Amazon Web Services – zeigt, dass Novo Nordisk auf mehreren Feldern gleichzeitig arbeitet, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
Ob das ausreicht, um den Abstand zum Jahreshoch zu verringern, hängt letztlich davon ab, wie sich die Wettbewerbssituation im Adipositas-Markt weiterentwickelt, in dem Konkurrenten zunehmend aufholen.
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