Die Abnehmpille von Novo Nordisk bricht in den USA Rekorde. In nur fünf Monaten haben Ärzte die orale Version von Wegovy über drei Millionen Mal verschrieben. Das entspricht einem Rezept alle fünf Sekunden. Die Dänen greifen damit eine völlig neue Käuferschicht an.

Ein wichtiges Detail begleitet diese Zahlen. Mehr als 80 Prozent der Patienten nutzen zum ersten Mal eine GLP-1-Therapie. Die Tablette wildert also nicht im Revier der eigenen Spritzen. Sie vergrößert den gesamten Markt für Adipositas-Behandlungen.

Erster Schritt ins Ausland

Jetzt verlässt das Medikament seinen Heimatmarkt. Die Vereinigten Arabischen Emirate machen den Anfang. Dort ist die Wegovy-Tablette ab sofort verfügbar. Im Gegensatz zur Spritze benötigt die Pille keine durchgehende Kühlung. Ein entscheidender Logistik-Vorteil in heißen Regionen.

Weitere Länder folgen in der zweiten Jahreshälfte 2026. Aktuell wartet Novo Nordisk auf die finale Zulassung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Im Mai gab es bereits grünes Licht für die hochdosierte Wegovy-Spritze. Die Pille brachte im ersten Quartal rund 355 Millionen US-Dollar ein.

Konkurrenz im Nacken

Der Druck auf den dänischen Pharmakonzern wächst. Eli Lilly hat Novo Nordisk im zweiten Quartal 2025 mit seinem Mittel Mounjaro überholt. Die neue Tablette soll das Blatt nun wenden. Die Studiendaten sprechen für die Dänen.

Patienten verloren mit der Wegovy-Pille durchschnittlich 16,6 Prozent ihres Körpergewichts. Der experimentelle Wirkstoff von Eli Lilly schaffte in einer ähnlichen Studie nur 12,4 Prozent. Weltweit nutzen bisher nur zwei Prozent der stark übergewichtigen Menschen solche Medikamente. Das Potenzial bleibt riesig.

Milliarden für Aktionäre

Parallel zum operativen Geschäft belohnt das Management die Investoren. Seit Februar läuft ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Bis Anfang Juni hat das Unternehmen bereits Papiere im Wert von fast fünf Milliarden Dänischen Kronen erworben. Der Rahmen reicht bis zu 15 Milliarden Kronen.

Der Fokus verschiebt sich nun auf Europa. Die ausstehende EMA-Entscheidung bestimmt das Tempo des internationalen Rollouts im zweiten Halbjahr. Fällt das Urteil positiv aus, kann Novo Nordisk seinen Vorsprung bei den oralen GLP-1-Präparaten global ausspielen.