Novo Nordisk erlebt aktuell extreme Kontraste. Auf der einen Seite feiert der dänische Pharmakonzern einen wichtigen regulatorischen Erfolg in Großbritannien. Auf der anderen Seite kämpft das Unternehmen mit einem massiven Datenleck. Zwei Hackergruppen erpressen den Konzern um Millionenbeträge.

Hacker fordern Millionen

Am 11. Juni 2026 machte Novo Nordisk einen IT-Sicherheitsvorfall öffentlich. Unbekannte drangen in interne Systeme ein. Dabei kopierten sie nicht-öffentliche Informationen. Auch Daten von Teilnehmern klinischer Studien fielen den Angreifern in die Hände. Der Konzern nahm daraufhin bestimmte Systeme vorübergehend vom Netz.

Das Ausmaß der Attacke wird nun deutlich. Gleich zwei Hackergruppen versuchen den Medikamentenhersteller zu erpressen. Die Gruppe FulcrumSec fordert ein Lösegeld von 25 Millionen US-Dollar. Die Bande TheUSERS007 verlangt sogar 50 Millionen US-Dollar. Novo Nordisk weigert sich bisher zu zahlen.

Dieser Vorfall birgt erhebliche finanzielle Risiken. Aufsichtsbehörden prüfen den Fall bereits. Bei Verstößen gegen die europäische Datenschutzgrundverordnung drohen empfindliche Strafen. Diese können bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen.

Wegovy-Pille erhält grünes Licht

Parallel dazu meldet das Unternehmen einen Durchbruch. Die britische Gesundheitsbehörde MHRA hat die Wegovy-Pille zur Gewichtsreduktion zugelassen. Großbritannien ist damit das erste europäische Land mit dieser Freigabe. Zuvor hatten bereits die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate zugestimmt.

Die Zulassung stützt sich auf die OASIS-4-Studie. Patienten verloren mit der Pille durchschnittlich 13,6 Prozent ihres Körpergewichts. Die Placebo-Gruppe kam lediglich auf 2,2 Prozent. Indes plant Novo Nordisk bereits den nächsten Schritt. Das Unternehmen strebt nun eine Zulassung im riesigen chinesischen Markt an.

Aktie kämpft mit Widerständen

An der Börse reagieren Investoren abwartend. Die Novo-Nordisk-Aktie schloss am Freitag bei 38,90 Euro. Das entspricht einem moderaten Wochenplus von 2,58 Prozent. Der Kurs notiert damit knapp über der 50-Tage-Linie.

Langfristig bleibt das Bild getrübt. Auf Jahressicht steht ein Minus von über 35 Prozent auf der Kurstafel. Das Rekordhoch vom Juli 2025 ist weit entfernt. Die Folge: massiver Druck auf das Management. Um die Lücke zum US-Rivalen Eli Lilly zu schließen, muss die neue Abnehmpille schnell Umsätze liefern. Die drohenden Kosten aus dem Datenskandal belasten diese Aufholjagd erheblich.