Die Papiere von Novo Nordisk erholen sich am Mittwoch leicht um 2,16 Prozent auf 37,37 Euro. Das ändert wenig am trüben Jahresverlauf. Seit Januar steht ein Minus von über 16 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Grund für die Nervosität liegt in neuen klinischen Daten. Der dänische Pharmakonzern präsentierte in New Orleans vielversprechende Diabetes-Erfolge. Ein Rückschlag im wichtigen Adipositas-Markt trübt das Bild.
Gemischte Signale bei CagriSema
Die Phase-3-Studien der REIMAGINE-Reihe lieferten starke Ergebnisse für Typ-2-Diabetiker. Das Mittel CagriSema senkte den Langzeitblutzuckerwert deutlich. Parallel dazu verloren die Patienten bis zu 12 Prozent ihres Körpergewichts. Novo Nordisk sieht hier das Potenzial für eine neue Standardtherapie.
Im Kampf gegen Fettleibigkeit enttäuscht das Medikament. Die REDEFINE-Studie verfehlte ihr Hauptziel. CagriSema erreichte nach 84 Wochen einen Gewichtsverlust von 23 Prozent. Der Konkurrent Zepbound von Eli Lilly schaffte im gleichen Zeitraum 25,5 Prozent. Die Folge: Novo Nordisk verliert im direkten Vergleich an Boden.
Ein neuer Hoffnungsträger rückt nach
Bessere Nachrichten liefert der Wirkstoff Zenagamtide. In einer Phase-2-Studie zeigten 262 Patienten starke Fortschritte. Bei der höchsten Dosis sank das Gewicht nach 36 Wochen um durchschnittlich 14,6 Prozent.
Ein wichtiges Detail sticht heraus. Ein Plateau beim Gewichtsverlust war zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar. Das weckt Fantasie für eine langfristige Differenzierung im wachsenden GLP-1-Markt.
Milliarden-Rückkäufe stützen den Kurs
Abseits der Pipeline treibt das Management die internationale Expansion voran. In der zweiten Jahreshälfte 2026 startet der Verkauf der Wegovy-Pille außerhalb der USA. Den Anfang machen die Vereinigten Arabischen Emirate.
Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs zusätzlich. Novo Nordisk erwirbt eigene Papiere im Wert von bis zu 15 Milliarden Dänischen Kronen. Bislang flossen knapp fünf Milliarden Kronen in den Rückkauf.
Der Weg zu alten Höchstständen bleibt weit. Die Aktie notiert fast 47 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die entscheidenden Phase-3-Studien für Zenagamtide starten erst Ende 2026. Bis zu den Ergebnissen vergehen weitere zwei Jahre. Ob sich der Kurs kurzfristig erholt, hängt nun maßgeblich vom internationalen Verkaufsstart der Wegovy-Pille ab.
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