Chinas Arzneimittelbehörde NMPA hat den Zulassungsantrag für Wegovy angenommen. Für Novo Nordisk ist das ein wichtiger Schritt in einen der größten Gesundheitsmärkte der Welt – und ein Baustein in einer Woche, die vor allem von Fortschritten abseits der Bilanz geprägt war.
Zulassungsantrag in China angenommen
Die Aufnahme des Antrags durch die NMPA bedeutet noch keine Marktzulassung, markiert aber den offiziellen Start des chinesischen Prüfverfahrens für das Abnehmmittel.
Für Novo Nordisk zählt der chinesische Markt zu den strategisch wichtigsten Wachstumsfeldern außerhalb der USA und Europas, da die Konkurrenz um Adipositas-Präparate dort zunehmend härter wird. Ein positiver Bescheid würde dem Unternehmen Zugang zu einer enormen Zahl potenzieller Patienten verschaffen.
Parallel dazu meldete Novo Nordisk Fortschritte bei der oralen Wegovy-Variante: Das Unternehmen testet inzwischen niedrigere Dosierungen der Tablettenform und hat ein frühphasiges Adipositas-Präparat neu in die Pipeline aufgenommen.
Zudem läuft eine Untersuchung, ob der Wirkstoff Semaglutid auch Potenzial gegen Alzheimer besitzt – ein Signal dafür, dass das Unternehmen sein Kerngeschäft rund um GLP-1-Wirkstoffe auf weitere Indikationen ausdehnen will.
Rückschlag bei Herz-Kreislauf-Pipeline
Nicht alle Nachrichten der vergangenen Wochen fielen positiv aus. Die Deutsche Bank stufte die Aktie am 27. August von Hold auf Sell herunter und senkte das Kursziel auf 265 dänische Kronen.
Als Begründung nannten die Analysten schwächere Wachstumsaussichten für 2027, Rückschläge in der Pipeline – darunter das Scheitern des Herz-Kreislauf-Präparats Ziltivekimab in einer späten Studienphase – sowie das Risiko eines bevorstehenden Patentablaufs. Bereits am 17. August hatte die Berenberg Bank ihre Einstufung von Buy auf Hold zurückgenommen.
Diese Bewertungen zeigen, dass die Wachstumsstory von Novo Nordisk am Kapitalmarkt derzeit kritischer beäugt wird als in den vergangenen Jahren. Die Kombination aus Pipeline-Rückschlägen und Patentcliff-Sorgen wiegt für einige Häuser schwerer als die weiterhin laufenden Fortschritte in Asien und bei neuen Indikationen.
Kooperationen liefern zusätzliche Einnahmen
Abseits der eigenen Forschung profitiert Novo Nordisk auch von externen Partnerschaften. Lexicon Pharmaceuticals erhielt Ende August eine dritte Meilensteinzahlung in Höhe von 10 Millionen US-Dollar für den gemeinsam entwickelten Wirkstoff LX9851. Solche Vereinbarungen erweitern die Forschungsbasis des Konzerns, ohne dass Novo Nordisk das volle Entwicklungsrisiko allein trägt.
Am Kapitalmarkt spiegelt sich diese gemischte Nachrichtenlage in einer erhöhten Schwankungsbreite wider: Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 41 Prozent, deutlich über dem, was Anleger von einem etablierten Pharmakonzern gewöhnt sind. Der Titel notiert aktuell rund 2,1 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 41,68 Euro – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung noch keinen klaren Trend etabliert hat.
Blick nach vorn
Die kommenden Wochen dürften weitere Klarheit bringen. Am 21. September lädt Novo Nordisk zu seinem Capital Markets Day nach London, bei dem Anleger auf konkretere strategische Aussagen zur Wachstumsstrategie jenseits 2026 hoffen.
Am 4. November folgen dann die Zahlen zum dritten Quartal 2026. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob die Fortschritte in China und bei der oralen Pipeline die Bedenken der Analysten zum Patentcliff und zur Wachstumsverlangsamung aufwiegen können.
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