Die US-Bank Citi hat ihr Kursziel für Novo Nordisk von 310 auf 296 dänische Kronen gesenkt und ihre Einstufung auf „Neutral“ belassen. Zwar trauen die Experten der neuen Wegovy-Tablette langfristig deutlich mehr Erlöse zu als bisher, doch fehlendes Margenwachstum und steigende Entwicklungskosten dämpfen die weiteren Gewinnaussichten des dänischen Pharmakonzerns. Im Frankfurter Handel notiert das Papier heute bei 33,98 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von 23 Prozent.
Höhere Erlöse mit der Tablette, aber schwächere Margen
Den Ausschlag für die Anpassung gibt ein zweigeteiltes Bild. Auf der Produktseite hob Citi die Schätzung für den jährlichen Spitzenumsatz der Wegovy-Tablette von 10 auf 13 Milliarden US-Dollar an.
Als Treiber gilt die geplante Markteinführung in mindestens 20 Ländern außerhalb der USA bis Ende 2027. Allein in Großbritannien wurden seit Juli eine Million Packungen der oralen Variante verteilt.
Gleichzeitig trübt sich der längerfristige Ausblick ein. Weil Novo Nordisk bis 2030 mit weitgehend stabilen Margen kalkuliert und die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zulegen, reduzierte Citi die bereinigten operativen Gewinnprognosen für die Jahre 2028 bis 2030 um zwei bis vier Prozent.
Für die Jahre 2027 bis 2030 veranschlagen die Analysten nun noch eine jährliche Zuwachsrate beim Gewinn je Aktie von 9 Prozent statt zuvor 12 Prozent. Das Bewertungsmultiple für 2027 stuften sie von 15 auf 14 herab.
Preisdruck und Konkurrenz belasten das Stammgeschäft
Das Kerngeschäft mit den GLP-1-Injektionen steht derweil unter anhaltendem Preis- und Wettbewerbsdruck. Novo-Chef Mike Doustdar verwies gestern darauf, dass eine Halbierung der Preise eine Verdopplung des Absatzvolumens verlange, um das Umsatzniveau stabil zu halten.
Ein derartiger Volumenzuwachs benötige jedoch Zeit. In den USA zeigten die Verschreibungen für das Diabetesmittel Ozempic zuletzt einen Rückgang um 15 Prozent. Hinzu kommt der wachsende Marktanteil des US-Konkurrenten Eli Lilly, den UBS-Analyst Michael Yee im direkten Wachstumsvergleich derzeit vorne sieht.
Für das dritte Quartal, dessen Geschäftszahlen am 4. November vorgelegt werden, erwartet Citi einen Gesamtumsatz von 73,5 Milliarden dänischen Kronen, was einem währungsbereinigten Rückgang von 4 Prozent entspricht.
Der Umsatz mit der Wegovy-Pille soll dabei mit 5,3 Milliarden Kronen rund 16 Prozent über den Markterwartungen liegen.
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