Wegovy bleibt auf der Formularliste. Aber der exklusive Vorteil ist weg. CVS Caremark gibt ab Oktober 2026 auch Lilly’s Zepbound wieder als bevorzugte Option frei — und stellt damit Novo Nordisks Wettbewerbsposition im wichtigsten Markt der Welt neu auf.
CVS öffnet die Tür für Lilly
Bisher hatte CVS Caremark Zepbound im Juli 2025 aus der Erstattung gestrichen. Novo Nordisk hatte damals einen günstigeren Preis für Wegovy ausgehandelt und damit den Exklusivstatus gesichert. Diesen Vorteil räumt CVS nun ab dem 1. Oktober 2026 ein.
Lilly profitiert gleich doppelt. Neben Zepbound fällt auch die Sperre für das orale GLP-1-Präparat Foundayo. Ab dem 1. Juni 2026 können Pläne, die Foundayo abdecken, die Erstattung freigeben. Wegovy — Injektion wie Pille — bleibt zwar bevorzugtes Mittel. Allerdings teilt es diesen Status künftig mit zwei Lilly-Produkten.
CVS begründet den Schritt mit mehr Auswahl bei niedrigeren Kosten für Arbeitgeber und Krankenversicherungen. Wichtig für Investoren: Arbeitgeber können die Formularliste weiterhin individuell anpassen. Eine nationale Formularvorgabe bedeutet nicht automatisch, dass jeder Patient dieselbe Erstattung erhält.
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Frühe Verschreibungsdaten stützen Wegovy Pill
Gegen den CVS-Gegenwind steht ein anderes Signal. Marktforscher Spherix Global Insights hat die ersten Verschreibungsdaten nach dem Launch der oralen GLP-1-Produkte ausgewertet.
Das Ergebnis ist deutlich. Innerhalb des ersten Monats nach dem Launch verschrieben 73 Prozent der Allgemeinmediziner und 78 Prozent der Endokrinologen Wegovy Pill. Bei Foundayo lagen die Werte bei 27 Prozent und 47 Prozent. Insgesamt verzeichnete Wegovy Pill mehr als dreimal so viele Neueinstellungen wie Foundayo im vergleichbaren Startzeitraum.
Dabei hat Foundayo einen praktischen Vorteil: Es muss nicht nüchtern eingenommen werden. Wegovy Pill hingegen erfordert die Einnahme auf leeren Magen vor dem Essen. Trotzdem wählten Ärzte in der Frühphase klar das Novo-Nordisk-Produkt.
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Aktie erholt sich — aber der Weg bleibt lang
Novo Nordisk hat im ersten Quartal gemeldet, dass Wegovy Pill seit dem Januar-Launch von mehr als einer Million Patienten genutzt wurde. CEO Mike Doustdar hob die starke Wegovy-Entwicklung als Treiber für die angehobene Jahresprognose hervor.
Die Aktie legte am Donnerstag rund zwei Prozent zu und notiert bei knapp 39 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von über elf Prozent. Der Blick auf zwölf Monate zeigt jedoch, wie tief der Einbruch war: Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 70,13 Euro fehlen noch mehr als 44 Prozent.
Die nächste Bewährungsprobe liefern die US-Verschreibungsdaten für die Sommermonate — dann wird sichtbar, ob Wegovy Pill seinen frühen Vorsprung trotz breiterer Lilly-Erstattung halten kann.
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