Die dänische Arzneimittelbehörde Danish Medicines Agency hat dem Pharmakonzern Novo Nordisk im laufenden Jahr vier Gesetzesverstöße angelastet. In drei Fällen beanstandete die Behörde eine unzulässige Bewerbung von Arzneimitteln zur Gewichtsreduktion auf der Plattform LinkedIn, die sich direkt an Verbraucher gerichtet habe.

Beanstandungen bei Kampagnen für Abnehmmittel

Die Rüge reiht sich in eine Reihe regulatorischer Prüfungen im Heimatmarkt des Konzerns ein. Bereits am 25. September sprach das Ethikkomitee der dänischen Pharmaindustrie Kritik aus und verhängte eine Geldstrafe von 45.000 DKK gegen Novo Nordisk. Gegenstand des Verfahrens war eine Kooperation mit dem Dienstleister Falck im Rahmen eines Programms zur Gewichtsabnahme. Das Komitee ordnete an, das Vorhaben in seiner damaligen Form einzustellen.

Die strengen Kontrollen verdeutlichen, wie aufmerksam die Behörden den rasant wachsenden Markt für Adipositastherapien beobachten. Für Pharmaunternehmen gelten bei verschreibungspflichtigen Präparaten besonders strikte Vorgaben bezüglich der direkten Kommunikation mit Patienten und Endverbrauchern.

Wissenschaftliche Daten zu neuen Behandlungsansätzen

Auf wissenschaftlicher Seite treibt Novo Nordisk die Entwicklung neuer Verabreichungsformen und Wirkstoffe weiter voran. Das Unternehmen stellte Auswertungen aus der OCTANE-Studie vor, die den Wechsel von 194 Patienten von injizierbaren GLP-1-Präparaten auf orales Semaglutid untersuchte.

Nach einer Behandlungsdauer von drei Monaten erreichten die Teilnehmenden im Durchschnitt eine Gewichtsabnahme von 4,1 Prozent, wobei der Konzern auf die methodischen Einschränkungen einer Beobachtungsstudie hinwies.

Zusätzlich präsentierte Novo Nordisk Daten zum Entwicklungskandidaten CagriSema. Die Untersuchung bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zeigte veränderte Reaktionen im Gehirn auf hochkalorische Reize sowie einen Rückgang des Fettes an inneren Bauchorganen, während frühe Erkenntnisse auf einen Erhalt der Knochengesundheit während der Gewichtsabnahme hindeuten.

Marktumfeld und Kursentwicklung

An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen und die strengere Beobachtung durch Regulierer wider. Im vorbörslichen Handel notiert die Aktie bei 34,41 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Rückgang von 22 Prozent.

Flankiert wird die Lage durch bereits bekannte Weichenstellungen. Vor gut einer Woche gab das Unternehmen weitere Details zum bestehenden Aktienrückkaufprogramm bekannt, seither legte die Aktie um 2,9 Prozent zu.

Zudem verlängerte die US-Gesundheitsbehörde FDA vor rund zwei Wochen die Prüfung des Hämophilie-Mittels Denecimig aufgrund von Nachbesserungen an einer Produktionsstätte, seither stieg der Kurs um 4,1 Prozent. Den Finanzausblick für das Jahr 2026 berührt diese regulatorische Verzögerung nach Unternehmensangaben nicht.