Im Vorfeld des anstehenden Investorentags am morgigen Montag fordern Großaktionäre von Novo Nordisk eine deutliche Beschleunigung bei Übernahmen und der Weiterentwicklung der Pipeline.
Hintergrund der wachsenden Unruhe unter den Anteilseignern ist die einseitige Ausrichtung des dänischen Pharmakonzerns: Mehr als 90 Prozent des Konzernumsatzes hängen mittlerweile an den beiden GLP-1-Erfolgsmedikamenten Ozempic und Wegovy zur Behandlung von Diabetes und Adipositas.
An der Börse hinterlässt diese Entwicklung deutliche Spuren. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 37,58 Euro und hat seit Jahresanfang 15 Prozent an Wert eingebüßt. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro beläuft sich das Minus inzwischen auf 31 Prozent.
Investoren verlangen rasche Zukäufe
Führende Anteilseigner verlangen nun Antworten darauf, wie der Konzern die Phase nach dem aktuellen Boom gestalten will. Eugen Uretzki, Analyst bei Flossbach, betonte, dass das Entwicklungspotenzial der konzerneigenen Wirkstoffkandidaten erst noch bewiesen werden müsse.
Julia Angeles von Baillie Gifford mahnte an, dass Novo Nordisk den Übergang jenseits von Ozempic klar erklären müsse; denkbar seien vor allem gezielte Partnerschaften für experimentelle Behandlungsansätze. Konzernchef Mike Doustdar signalisierte seinerseits die Bereitschaft zu ergänzenden Zukäufen im Rahmen sogenannter Bolt-on-Transaktionen.
Der Handlungsdruck wächst auch durch drohende Patentabläufe. Während der Schutz für den Wirkstoff Semaglutid in der Europäischen Union und den USA noch bis in die 2030er-Jahre läuft, läuft das Patent in Ländern wie Indien, Brasilien, Kanada und der Türkei bereits in diesem Jahr aus. Zugleich verschärft der US-Konkurrent Eli Lilly den Wettbewerb im lukrativen Markt für Abnehmpräparate.
Lichtblicke in der Pipeline
Trotz des Gegenwinds verzeichnet Novo Nordisk operative Fortschritte. Bei der oralen Verabreichung von Wegovy wurden am 11. September 161.065 Wochenrezepte registriert, womit das dänische Unternehmen mehr als dreimal so viele Verschreibungen erreichte wie der Konkurrent Lilly. Für das Kombinationspräparat CagriSema wurde im Dezember die Zulassung eingereicht, die Markteinführung wird für das kommende Jahr angestrebt.
In der Wirkstoffforschung kooperiert das Management darüber hinaus mit dem KI-Entwickler Anthropic, um die Dokumentation und präklinische Prozesse zu verkürzen. Am morgigen Montag wird sich zeigen, ob diese Schritte den Investoren genügen.
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