Jefferies hat Novo Nordisk zum Wochenschluss erneut auf „Hold“ belassen — und damit klargemacht, dass der Markt noch auf überzeugende Belege für nachhaltiges Gewinnwachstum wartet. Das Kursziel von 270 Dänischen Kronen liegt weiterhin unter dem aktuellen Kurs. Eine Neubewertung der Aktie sieht die Bank noch nicht.

Compounding-Markt schrumpft — aber langsam

Der eigentliche Diskussionspunkt der Woche war nicht ein neues Studienergebnis, sondern die Entwicklung im Markt für kompoundierte GLP-1-Präparate. Jefferies hat das Thema nach einer Konferenz zur Lage dieser personalisierten Arzneimittel erneut aufgegriffen. Diese Zubereitungen konkurrieren direkt mit Markenmedikamenten gegen Fettleibigkeit und Diabetes.

Auf dem Höhepunkt der Lieferengpässe entfiel rund ein Drittel des GLP-1-Volumens auf kompoundierte Präparate. Inzwischen liegt der Anteil bei etwa 15 Prozent. Jefferies erwartet, dass er sich bis nächstes Jahr nochmals halbieren könnte — getrieben durch regulatorischen Druck, rechtliche Risiken und den Preiswettbewerb mit Markenprodukten. Verschwinden wird der Markt kurzfristig aber nicht.

Für Novo Nordisk ist das ein zweischneidiges Signal. Weniger Compounding-Volumen stützt die Nachfrage nach Wegovy und Ozempic. Hält der Preisdruck jedoch an, begrenzt das den Spielraum für eine Kurserholung. Genau das spiegelt Jefferies‘ unverändertes Kursziel wider.

Wochenbilanz positiv, Jahresbilanz belastet

Die Aktie schloss die Woche mit einem leichten Plus von knapp einem Prozent. Auf Monatssicht beträgt das Plus rund 13 Prozent — ein deutlicher Erholungsschub. Seit Jahresbeginn liegt das Papier allerdings noch rund 13 Prozent im Minus. Auf Jahressicht summiert sich das Minus auf fast 36 Prozent.

Der aktuelle Kurs von 39,05 Euro liegt rund 7 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das zeigt: Die mittelfristige Trendwende ist noch nicht vollzogen. Der RSI von knapp 48 signalisiert eine neutrale technische Lage — weder überkauft noch überverkauft.

Aktienrückkauf läuft planmäßig

Im Hintergrund setzt Novo Nordisk das laufende Rückkaufprogramm fort. Seit dem 4. Februar hat der Konzern rund 17 Millionen B-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 262 Dänischen Kronen zurückgekauft. Das entspricht einem Transaktionsvolumen von rund 4,5 Milliarden Kronen. Das Gesamtprogramm ist auf bis zu 15 Milliarden Kronen ausgelegt und läuft bis Februar 2027.

Der Rückkauf liefert eine stabile Kapitalrendite — reicht aber allein nicht aus, um die Skepsis der Analysten zu zerstreuen. Solange der Preisdruck bei GLP-1-Medikamenten anhält und der Compounding-Markt nicht klar abebbt, bleibt die Bewertungsfrage offen. Jefferies wartet auf konkrete Belege, dass das Volumen der Markenprodukte nachhaltig anzieht — ohne tiefere Preiszugeständnisse.