Novo Nordisk setzt verstärkt auf die Erschließung neuer Absatzmärkte für seine Diabetes- und Abnehmpräparate. Medienberichten zufolge rechnet Vikrant Shrotriya, Managing Director von Novo Nordisk India, heute mit einem jährlichen Wachstum des indischen GLP-1-Marktes von 15 bis 20 Prozent.

Parallel zu dieser Marktexpansion bereitet der dänische Pharmakonzern den Marktstart einer oralen Therapie gegen Fettleibigkeit vor: Die Markteinführung in Indien ist für etwa Mitte 2027 geplant, steht jedoch unter dem Vorbehalt der behördlichen Zulassung.

An den Finanzmärkten legte die Aktie heute um 3,2 Prozent auf 35,23 Euro zu, wenngleich Unternehmensmitteilungen keinen direkten Anlass für das Tagesplus ausweisen.

Potenzial im Markt für GLP-1-Präparate

Die prognostizierten Zuwächse unterstreichen die strategische Bedeutung des indischen Marktes für GLP-1-basierte Therapien. Bislang dominieren injizierbare Präparate das globale Behandlungsfeld im Bereich von Adipositas und Typ-2-Diabetes. Der Schritt hin zu einer oralen Verabreichungsform gilt in der pharmazeutischen Entwicklung als wichtiger Meilenstein, um breitere Patientengruppen zu erreichen und die Therapietreue zu verbessern.

Das angestrebte Zeitfenster für den Verkaufsstart der Tablette um Mitte 2027 verdeutlicht zugleich die regulatorischen Vorlaufzeiten im internationalen Pharmageschäft. Bis zur Erteilung der Marktfreigabe durch die zuständigen Behörden bleiben die Pläne an den Fortgang der Prüfverfahren gebunden.

Gegenwind auf dem US-Markt und laufende Programme

Die Perspektiven in Schwellenländern gewinnen vor dem Hintergrund eines zunehmend umkämpften Wettbewerbsumfelds an Bedeutung. Am 12. Oktober senkte Analyst Evan Seigerman von BMO Capital das Kursziel für Novo Nordisk von 47 auf 40 Dollar und behielt die Einstufung „Market Perform“ bei.

Das Institut verwies zur Begründung auf eine anspruchsvolle Vergleichsbasis im Vorfeld der Ergebnisse für das dritte Quartal sowie auf rückläufige Marktanteile in den USA. Aus Sicht von BMO Capital sei das Potenzial der injizierbaren Variante Wegovy HD am Markt noch unterschätzt, während die Aussichten der Tablettenform von Wegovy bereits adäquat eingepreist seien.

Zugleich stützt der Konzern seine Notierung durch den fortlaufenden Erwerb eigener Anteilsscheine. Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms vor gut einer Woche hatte Novo Nordisk den Erwerb von 37.849.179 B-Aktien gemeldet, wofür seit dem 4. Februar 2026 insgesamt 10.558.876.422 DKK aufgewendet wurden.

Das Gesamtprogramm verfügt über einen Rahmen von bis zu 15 Milliarden DKK. Trotz der heutigen Kurserholung verzeichnet der Titel seit Jahresanfang ein Minus von 20 Prozent.