Die Dänen gewinnen Zeit. Während Konkurrent Eli Lilly bei der Zulassung seiner Abnehmpille Orfoglipron auf die Bremse tritt, kann Novo Nordisk den Vorsprung mit der oralen Wegovy-Variante weiter ausbauen. Die FDA verzögert offenbar die Prüfung mehrerer Medikamente – darunter wohl auch das Lilly-Präparat. Statt im ersten könnte die Zulassung nun erst im zweiten Quartal 2026 erfolgen. Für Novo Nordisk bedeutet das: mehr Spielraum, um den First-Mover-Vorteil zu nutzen.
Erste Praxen verschreiben bereits
Dass die orale Wegovy-Formulierung bereits den Weg in die medizinische Praxis findet, zeigt sich in Miami Beach. Die Klinik BODYWELLE unter Leitung von Dr. Alonso Martin hat das Medikament in ihr Programm aufgenommen. Über 127 Patienten wurden dort bereits mit GLP-1-Therapien behandelt. Die Pille richtet sich an Erwachsene, die eine Alternative zur Spritze suchen. Die Nachfrage dürfte hoch sein – viele Patienten scheuen die Injektion.
Die Verfügbarkeit der Tablette könnte den Markt erheblich vergrößern. Bislang war Wegovy nur als Injektion erhältlich, was manche potenzielle Nutzer abschreckte. Mit der oralen Version entfällt diese Hürde. Allerdings bleibt die ärztliche Überwachung Pflicht, die Dosierung muss individuell angepasst werden.
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UBS hebt Kursziel deutlich an
Die Schweizer Großbank UBS reagierte mit einer kräftigen Anhebung des Kursziels von 295 auf 390 DKK. Analyst Matthew Weston betont dabei die zentrale Bedeutung der Verkaufsdaten zur neuen Wegovy-Pille. Allerdings warnt er: Die offiziellen Zahlen könnten die tatsächliche Marktdurchdringung zunächst unterschätzen. Wichtige Vertriebskanäle für Selbstzahler – etwa Telehealth-Plattformen – seien in den Erfassungen bis Ende des ersten Quartals noch nicht vollständig abgebildet.
Trotz des angehobenen Ziels bleibt die UBS bei „Neutral“. Die Aktie selbst zeigte sich am 15. Januar 2026 schwächer und fiel in Kopenhagen um 2,3 Prozent auf 369,55 DKK – damit unter das neue Kursziel. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 13,59 Prozent zu Buche.
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Expansionspläne im Fokus
Parallel signalisiert CEO Mike Doustdar auf der JPMorgan Healthcare Conference Interesse an strategischen Zukäufen. Bloomberg zitiert ihn mit den Worten: „Wir können sehr groß werden, wenn es um Zukäufe geht, aber es muss es wert sein.“ Gesucht werden Unternehmen, die das Portfolio im Bereich Gewichtsreduktion ergänzen und einen klaren Mehrwert gegenüber Eigenentwicklungen bieten.
Die Ankündigung löste bereits Bewegung bei möglichen Übernahmekandidaten aus. Titel wie Viking Therapeutics, Terns Pharmaceuticals und Structure Therapeutics legten zu. Analysten werten die offensive Haltung als Reaktion auf den verschärften Wettbewerb im lukrativen Abnehm-Markt.
Milliarden für Innovation
Abseits der operativen Geschäfte stärkt die Novo Nordisk Foundation das europäische Innovations-Ökosystem. Am 15. Januar 2026 flossen bis zu 5,5 Milliarden DKK (736 Millionen Euro) an das BioInnovation Institute in Kopenhagen. Das Geld soll bis 2035 die Gründung und Entwicklung von Start-ups in den Bereichen Life Science und Deep Tech fördern. Seit der Gründung 2018 hat das Institut über 130 Unternehmen unterstützt und mehr als 7 Milliarden DKK an externen Mitteln angezogen. Die Investitionen in dänische Biotech-Firmen haben sich im selben Zeitraum mehr als vervierfacht.
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