Novo Nordisk startet in eine Woche, die den Erholungsversuch der Aktie ernsthaft testen kann. Nach einem schwachen Jahresauftakt richtet sich der Markt auf klinische Daten Anfang Juni aus. Im Mittelpunkt steht CagriSema, der wichtigste Hoffnungsträger im Rennen um bessere Therapien gegen Diabetes und Übergewicht.
Am Freitag schloss die Aktie bei 39,05 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 13,06 Prozent.
Der längere Blick bleibt härter. Seit Jahresbeginn liegt das Papier 12,59 Prozent im Minus, über zwölf Monate summiert sich der Rückgang auf 35,73 Prozent.
ADA-Kongress wird zum Prüfpunkt
Der nächste große Termin sind die 86. Scientific Sessions der American Diabetes Association in New Orleans. Sie laufen vom 5. bis 8. Juni. Novo Nordisk will dort 40 Abstracts präsentieren.
Das ist mehr als ein normaler Konferenzauftritt. Der Konzern will zeigen, dass seine Pipeline den Vorsprung im kardiometabolischen Markt halten kann. Genau dort hat Eli Lilly den Druck zuletzt spürbar erhöht.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Novo Nordisk?
Im Zentrum stehen die Phase-3-Daten der Studienreihe REIMAGINE 1–3 zu CagriSema. Das Mittel kombiniert einen Amylin-Rezeptor-Agonisten mit einem GLP-1-Rezeptor-Agonisten. Das Ziel: bessere Blutzuckerkontrolle und stärkeres Gewichtsmanagement als bestehende Monotherapien.
Daneben legt Novo Nordisk Phase-2-Daten zu Zenagamtide vor. Auch dieses Präparat setzt auf eine wöchentliche Injektion mit GLP-1- und Amylin-Ansatz. Damit verdichtet sich die Frage, wie breit die nächste Produktgeneration wirklich tragen kann.
Wegovy-Pille setzt ein Signal
Der klinische Kalender trifft auf bessere kommerzielle Signale. Die Wegovy-Pille, also die orale Form von Semaglutid, kam zum Start in den USA auf rund 18.410 Verschreibungen in der ersten Woche. Eli Lillys oraler Wettbewerber Foundayo erreichte im jeweiligen Startzeitraum 3.707 Verschreibungen.
Das ist ein klarer Abstand. Wichtiger ist aber die Zusammensetzung der Nachfrage. Rund 80 Prozent der Nutzer der Wegovy-Pille waren zuvor noch nicht mit GLP-1 behandelt worden.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Novo Nordisk?
Damit deutet vieles darauf hin, dass die Tablette neue Patienten erreicht. Sie ersetzt also nicht nur bestehende Injektionen aus dem eigenen Portfolio. Genau dieser Punkt ist für Novo Nordisk strategisch wichtig, weil die orale Darreichung den Markt vergrößern kann.
Auch in Europa hat sich die Lage aufgehellt. Der CHMP der europäischen Arzneimittelbehörde empfahl am 22. Mai die Zulassung von Wegovy HD und der Wegovy-Pille. Wegovy HD steht dabei für die höhere Dosierung von 7,2 Milligramm.
Der Kalender bleibt dicht
Neben den Kongressdaten steht ein eigener R&D-Termin an. Dort kann das Management die Studiendaten einordnen und Prioritäten für die Pipeline setzen.
- 5. bis 8. Juni: ADA Scientific Sessions in New Orleans
- 7. Juni: R&D-Investoren-Webcast um 16:30 Uhr CDT
- Zweites Halbjahr: erwartete FDA-Entscheidung zu CagriSema bei Gewichtsmanagement
- Zweites Halbjahr: geplanter Start der Phase-3-Studie für hoch dosiertes CagriSema
Die Bewertung zeigt, warum der Markt so genau hinschaut. Das Papier handelt mit einem nachlaufenden KGV von 10,69 und damit unter dem eigenen Fünfjahresmedian. Zugleich liegt die Aktie noch deutlich unter dem splitbereinigten Rekordhoch von 81,44 Dollar aus dem Vorjahr.
Der erste Prüfpunkt kommt am 5. Juni mit dem Start der ADA-Sessions. Am 7. Juni kann Novo Nordisk im R&D-Webcast nachlegen; bis dahin misst der Markt die Erholung vor allem an CagriSema und der Dynamik der Wegovy-Pille.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 31. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


