Nu Holdings kauft eigene Aktien zurück – mitten in einer Talfahrt. Am Mittwoch fiel der Kurs auf 9,66 Euro, den tiefsten Stand seit einem Jahr. Das Management reagiert mit einem Rückkaufprogramm. Ein Vertrauenssignal – oder der Versuch, den Absturz zu bremsen?
Seit 30 Tagen verlor die Aktie rund 15 Prozent. Am Freitag schloss sie kaum verändert bei 10,43 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 15,70 Euro beträgt inzwischen über 33 Prozent.
Management greift ein
Am 4. Juni genehmigte der Vorstand den Rückkauf. Zum Wochenende bestätigte der Konzern den sofortigen Start. Nu Holdings nutzt seine Barreserven, um dem Verkaufsdruck entgegenzuwirken.
Ein deutliches Signal: Der Vorstand scheint die Bewertung für zu niedrig zu halten. Die operative Entwicklung spricht immerhin für sich – der Umsatz übertraf mit 5,32 Milliarden US-Dollar die Erwartungen deutlich. Beim Gewinn je Aktie verfehlte die Neobank das Ziel von 0,20 US-Dollar jedoch knapp.
Analysten bleiben skeptisch
Parallel dazu zeigen institutionelle Anleger Zurückhaltung. Commonwealth Equity Services reduzierte seinen Anteil um knapp 17 Prozent. Susquehanna senkte das Kursziel auf 13 US-Dollar. Die Bank of America stufte die Aktie auf „Underperform“ herab.
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Die Skepsis ist verständlich. Denn während das Management Vertrauen demonstriert, bleibt der Ausblick angespannt. Die Neobank wächst schnell, aber die Profitabilität hält nicht ganz Schritt. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 58 Milliarden US-Dollar.
Die neue Woche wird entscheidend
Technisch zeigt der Relative-Stärke-Index mit 38,0 Punkten eine überverkaufte Situation an. Der Tiefpunkt muss jedoch nicht erreicht sein. Das 52-Wochen-Tief bei 9,66 Euro dient als entscheidende Unterstützung. Darunter droht weiterer Abgabedruck. Nach oben bildet der 50-Tage-Durchschnitt bei 11,75 Euro die erste Hürde.
Am Montag zeigt sich, ob der Rückkauf den Kurs nachhaltig stützen kann. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 13. August. Bis dahin gilt die 9,66-Euro-Marke als entscheidende Grenze.
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