Broadcom hat den Halbleitersektor in Aufruhr versetzt — und Nvidia bekommt das direkt zu spüren. Die Aktie verlor am Donnerstag rund 1,7 Prozent auf 182,04 Euro, nachdem Broadcoms Quartalsbericht Erwartungen knapp verfehlte und Fragen über das Tempo des KI-Chip-Booms aufwarf.
Broadcom als Auslöser
Broadcom meldete zwar ein Umsatzwachstum von 48 Prozent auf 22,19 Milliarden US-Dollar — verfehlte damit aber die Analystenprognose von 22,27 Milliarden Dollar. Schwerer wog die Guidance für das dritte Quartal: Broadcom erwartet KI-Chip-Erlöse von 16 Milliarden Dollar, der Markt hatte 16,36 Milliarden einkalkuliert. Diese Lücke reichte aus, um einen vorbörslichen Ausverkauf im gesamten Sektor auszulösen.
Hinter der Bewegung steckt mehr als nur enttäuschte Zahlen. Marktbeobachter sehen Anzeichen einer Rotation: Kapital fließt aus KI-Hardware-Werten wie Nvidia in andere Infrastrukturbereiche — CPUs, Speicher, optische Netzwerktechnik.
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Technische Lage bleibt stabil
Trotz des Rücksetzers hält sich Nvidia klar über seinen gleitenden Durchschnitten. Der 50-Tage-Schnitt liegt bei 173,76 Euro, der 200-Tage-Schnitt bei 161,32 Euro — der aktuelle Kurs notiert deutlich darüber. Der RSI von 48,8 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 13 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar knapp 46 Prozent.
Vom Allzeithoch bei 202,50 Euro, das Mitte Mai erreicht wurde, trennen die Aktie aktuell rund zehn Prozent.
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Institutionelle Investoren und Analystenkonsens
Das institutionelle Interesse bleibt hoch. ARK Invest unter Cathie Wood hat seine Nvidia-Position zuletzt aufgestockt. Einzelne Vermögensverwalter nutzten die starke Kursentwicklung der vergangenen Monate hingegen zur Gewinnmitnahme.
Der Konsens unter 37 Analysten lautet weiterhin „Kaufen“, mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 281 Euro. Morgan Stanley hält an seiner „Übergewichten“-Einstufung fest und verweist auf ein potenzielles Umsatzpotenzial von 20 Milliarden Dollar im CPU-Markt.
Nächste Meilensteine
Am 26. Juni 2026 schüttet Nvidia eine Quartalsdividende von 0,25 US-Dollar je Aktie aus. Für das zweite Quartal, über das das Unternehmen am 26. August berichten wird, hat das Management einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt — nach bereits rekordverdächtigen 81,6 Milliarden Dollar im ersten Quartal. US-Exportbeschränkungen und wachsender Wettbewerb im Markt für maßgeschneiderte KI-Chips bleiben die wesentlichen Risikofaktoren für die zweite Jahreshälfte.
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