Nvidia wehrt sich gegen Berichte über massive Verzögerungen. Angeblich verschiebt sich die Auslieferung der neuen Server-Generation Kyber NVL144 um ein ganzes Jahr. Ein Konzernsprecher trat am Montag prompt auf die Bremse. Die offizielle Roadmap sei absolut intakt.
Zulieferer unter Druck
Der Auslöser war ein Bericht des Branchendienstes SemiAnalysis. Demnach rutscht der Marktstart des Kyber-Racks von 2027 auf 2028. Als Grund nannten die Analysten Fertigungsprobleme bei hochkomplexen Platinen. Die Folge: Asiatische Zulieferer brachen am Dienstag hart ein. Aktien von Kingboard Laminates verloren bis zu 18 Prozent.
Auch Papiere von Ibiden und Samsung Electro-Mechanics verbuchten herbe Verluste. Für Nvidia steht bei der neuen Hardware viel auf dem Spiel. Das Kyber-System bündelt 144 Grafikprozessoren zu einer einzigen Recheneinheit. Jeder Patzer gibt Konkurrenten wie AMD mit seinen MI500X-Chips wertvolle Zeit. Analysten von Mizuho werten die Verzögerungsberichte indes lediglich als störendes Rauschen.
Warnung aus dem Finanzministerium
Zeitgleich trübt sich die politische Großwetterlage ein. Ein durchgesickerter Entwurf des US-Finanzministeriums warnt vor einer Überhitzung des KI-Sektors. Das Papier zieht Parallelen zur Dotcom-Blase. Die Beamten befürchten systemische Risiken für die US-Wirtschaft. Falls die massiven Investitionen in die Infrastruktur keine Gewinne abwerfen, drohen laut dem Bericht gravierende Marktturbulenzen.
Ein Sprecher des Ministeriums ruderte umgehend zurück. Das Dokument sei nicht offiziell abgestimmt. Die Behörde glaube weiterhin an die enormen Produktivitätssprünge durch Künstliche Intelligenz.
Volle Kassen stützen den Kurs
Finanziell agiert Nvidia ohnehin aus einer Position der Stärke. Im Juni sicherte sich das Management frisches Kapital über Anleihen im Wert von 25 Milliarden US-Dollar. Die Nachfrage der Investoren übertraf das Angebot massiv. Obendrein legte der Vorstand ein gigantisches Aktienrückkaufprogramm auf. Dafür stehen nun rund 119 Milliarden US-Dollar bereit.
An der Börse zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild. Die Aktie schloss am Montag bei 170,86 Euro. Damit notiert das Papier knapp 16 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Mai. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von gut sechs Prozent auf der Anzeigetafel.
Die kurzfristige Richtung entscheidet sich nun an einer wichtigen charttechnischen Marke. Der 100-Tage-Durchschnitt verläuft aktuell bei exakt 169,78 Euro. Hält diese Unterstützungslinie auf Schlusskursbasis nicht, droht eine beschleunigte Ausweitung der jüngsten Verluste.
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