Klärungsbedarf vor der Hauptversammlung

Am Dienstag legte OCI den Schriftwechsel mit der niederländischen Kleinanlegervereinigung VEB offen. Im Mittelpunkt standen offene Detailfragen zum Übernahmeangebot von NNS sowie zur beabsichtigten Unternehmenstransaktion mit Orascom Construction.

Die Anlegervereinigung hatte dabei spezifische Punkte aufgegriffen, darunter Regelungen zu einem Verzicht für andienende Aktionäre, Fragen zur niederländischen Dividendenquellensteuer sowie die noch offenen Vollzugsbedingungen des Vorhabens.

OCI hatte die eigene Erwiderung auf den 1. Oktober datiert und die Anfragen der VEB beantwortet. Das Unternehmen hält am geplanten Ablauf fest: Sowohl das Angebot als auch die für den 30. Oktober 2026 angesetzte außerordentliche Hauptversammlung bleiben termingerecht. Auf dem Aktionärstreffen sollen die Weichen für die künftige Ausrichtung und die geplante Zusammenführung gestellt werden.

Juristischer Freiraum und strategische Neuausrichtung

Ein juristischer Störfaktor wurde ausgeräumt, nachdem das Gericht das Untersuchungsbegehren gegen OCI abwies und eine formelle Untersuchung der Geschäftspolitik ablehnte. Die Entscheidung der Unternehmenskammer in Amsterdam verschaffte der Führung den nötigen Freiraum zur weiteren Umsetzung der Strategie, da damit eine wesentliche rechtliche Hürde für die geplanten Vorhaben entfallen ist.

Gleichzeitig agiert das Unternehmen in einem herausfordernden Marktumfeld. Als der OCI Halbjahresgewinn einbrach (vor über einem Monat, seither +2,9 %), spiegelte sich dies deutlich in den Erträgen wider. Der den Aktionären zurechenbare Halbjahresgewinn fiel auf 1 Million USD nach 343 Millionen USD im Vorjahr. Belastend wirkten höhere europäische Gaspreise, schwächere Produktpreise sowie eine unbare Wertberichtigung bei OCI Nitrogen.

Für die Anteilseigner rückt damit die Umsetzung der angekündigten Schritte in den Fokus. Die Unternehmensführung betont, dass die Transaktionsschritte wie geplant weiterverfolgt werden können. Damit richtet sich das Augenmerk des Marktes auf die bevorstehende Beschlussfassung der Eigentümer.

Notierung behauptet Niveau

An der Börse beendete das Wertpapier den Handel am gestrigen Donnerstag bei 4,15 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 37 Prozent, womit sich die Marktkapitalisierung auf 879,74 Millionen Euro beläuft. Vor der Abstimmung Ende Oktober bleibt die Klärung der Transaktionsbedingungen der maßgebliche Faktor für die Marktteilnehmer.