Ölnotierungen steigen nach festgefahrenen Nahost-Gesprächen

Brent steigt auf 107,33 Dollar, während blockierte Hormus-Passage und begrenzte Pipeline-Kapazität das Angebot belasten.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Brent gewinnt 1,95 Prozent hinzu
  • Trump weist iranische Zugeständnisse zurück
  • Pipeline transportiert mindestens 3,5 Millionen Barrel täglich
  • Vermittler planen Gespräche noch diese Woche

Die Hoffnung auf eine rasche Entspannung am Ölmarkt hat sich am Dienstag zerschlagen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kletterte um 1,95 Prozent auf 107,33 Dollar. Fehlende Fortschritte im Konflikt zwischen den USA und dem Iran treiben die Notierungen zusammen mit einer robusten Nachfrage nach oben.

US-Präsident Donald Trump wies Berichte zurück, wonach Washington Lockerungen von Sanktionen gegen Zugeständnisse beim iranischen Atomprogramm in Aussicht gestellt habe. Er habe Teheran nichts angeboten, erklärte Trump. Wenige Tage zuvor hatte er bereits einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der strategisch entscheidenden Straße von Hormus zurückgewiesen. Seit Beginn der gemeinsamen Angriffe der USA und Israels Ende Februar bleibt die Durchfahrt durch diese Schlüsselroute blockiert.

Entlastungssignale auf der Angebotsseite verpufften derweil. Saudi-Arabien hat zwar rund die Hälfte der Transporte durch seine Ost-West-Pipeline wieder aufgenommen, nachdem Drohnenangriffe den Betrieb Anfang des Monats lahmgelegt hatten. Durch die Verbindung zum Roten Meer fließen inzwischen wieder mindestens 3,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Als Ausweichroute zur Straße von Hormus reicht diese Kapazität den Händlern vorerst jedoch nicht aus.

Marktbeobachter verweisen darauf, dass die Notierungen trotz der Spannungen nicht völlig außer Kontrolle geraten. Karobaar-Capital-Anlagechef Haris Khurshid betont, es gebe weiterhin enorme geopolitische Risiken, der Markt habe jedoch gelernt, dass das Öl immer wieder einen Weg nach draußen finde. Eine nachhaltige Neubewertung bleibe aus, solange Händler nicht von einem massiven Ausfall der tatsächlichen Versorgung ausgehen.

Vermittler aus Katar und Pakistan wollen noch in dieser Woche zusammenkommen, um über ein mögliches Abkommen zwischen Washington und Teheran zu beraten. Bis zu greifbaren Ergebnissen dieser Gespräche dürfte die geopolitische Risikoprämie die Energiepreise auf hohem Niveau stützen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.