Die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im Krieg zwischen den USA und dem Iran hat die Rohölpreise am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Nachdem Berichte über eine mögliche Grundsatzeinigung bekannt wurden, gaben die Notierungen ihre anfänglichen Gewinne vollständig ab. Am Nachmittag fiel der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Januar zeitweise auf 100,80 Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von fast vier Prozent.
Kehrtwende im Tagesverlauf
Am Morgen sah das Bild an den Märkten noch gänzlich anders aus. Berichte über erneute Angriffe des US-Militärs auf Ziele im Iran hatten den Brent-Preis zunächst über die Marke von 107 Dollar getrieben.
Die geopolitische Risikoprämie schmolz am Nachmittag jedoch rasch zusammen. Den Impuls gaben Informationen über eine Billigung einer Absichtserklärung durch die US-Regierung, die zuvor von Vermittlern aus Katar dem Iran vorgelegt worden war. Aktuell stimmen die Parteien ab, auf welchem Weg das Erreichen einer solchen Interimsvereinbarung offiziell bekannt gegeben wird, ehe eine formelle Rückkehr an den Verhandlungstisch folgt.
Signale aus Washington und Teheran
Flankiert wird dieser Vorstoß von veränderten Tönen beider Kriegsparteien. Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, gab grünes Licht für Verhandlungen, die den seit Monaten andauernden Waffengang beenden könnten. Zeitgleich erklärte US-Präsident Donald Trump, viele gingen mittlerweile von einem Ende der Kampfhandlungen aus. Der Iran wolle unbedingt eine Vereinbarung erzielen.
Die Abwärtsbewegung an den Terminmärkten markiert eine deutliche Zäsur gegenüber den Vortagen. Hatte Rohöl der Sorte Brent in der vergangenen Woche zeitweise noch fast 117 Dollar gekostet, sorgte bereits der Kontraktwechsel zu Monatsbeginn für einen dämpfenden Effekt. Die Aussicht auf eine konkrete Verhandlungslösung entzieht der jüngsten Preisrally nun vorerst das Fundament.


