Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahen Osten drücken die Notierungen am Rohstoffmarkt. Zum Auftakt der neuen Handelswoche gab der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November um 1,75 Prozent auf 102,05 Dollar nach. Marktteilnehmer blicken vor allem auf die Signale aus Washington, die eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran in Aussicht stellen.
Diplomatie dämpft die Versorgungssorgen
Auslöser der jüngsten Entspannung an den Ölmärkten ist die Aussicht auf direkte Gespräche. US-Präsident Donald Trump stellte ein Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian in Aussicht. Die Zusammenkunft könnte am Rande der UN-Generalversammlung in New York stattfinden.
Parallel dazu plant Trump Gespräche mit Chinas Staatschef Xi Jinping sowie möglichen Vertretern von Staaten der Golfregion. Die Aussicht auf Verhandlungen nimmt vorerst die Risikoprämie aus dem Markt. Händler preisen ein, dass das Schlimmste bei der Verknappung des Angebots überstanden sein könnte.
Geopolitische Risiken bleiben bestehen
Die Lage bleibt allerdings unübersichtlich. Im Jemen dauern die schweren Gefechte zwischen der Huthi-Miliz und Regierungstruppen unvermindert an.
Hinzu kommt neuer Druck auf das russische Angebot. Trump unterzeichnete ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz mit neuen Sanktionen gegen Moskau. Das Gesetzespaket zielt neben Politikern und Unternehmen ausdrücklich auf russische Öl- und Gasexporte ab.
Nach Einschätzung von Guotai Junan Futures dürfte sich der Brent-Preis vorerst um die Marke von 100 Dollar einpendeln. Für einen dauerhaften Abwärtstrend fehlen derzeit noch die grundlegenden Voraussetzungen. Die anstehenden Treffen in New York werden nun zeigen, ob den diplomatischen Signalen konkrete Schritte folgen.


