Wachsende Liefermengen aus der Golfregion und ein überraschender Preisnachlass aus Riad setzen den Rohölmarkt unter Druck. Obwohl das Förderbündnis Opec+ seine Produktionsgrenzen für November unverändert lässt, sank der Preis für die Nordseesorte Brent am Montagmorgen um ein Prozent auf 101,23 Dollar je Barrel. Damit entfernt sich die globale Referenzsorte weiter von ihrem Mitte September markierten Zwischenhoch von knapp 110 Dollar.
Der staatliche saudische Energiekonzern Saudi Aramco reduzierte die Preise für die wichtige Sorte Arab Light für asiatische Kunden in diesem Monat. Der Preis liegt nun fünf Dollar unter der regionalen Benchmark. Dies markiert den niedrigsten Stand seit 2020.
Unerwarteter Rabatt trotz unveränderter Förderziele
Die Entscheidung erwischte den Markt auf dem falschen Fuß. Händler und Raffinerien hatten im Vorfeld mit einem Aufschlag von fünf Dollar gerechnet. Parallel dazu beschlossen Saudi-Arabien, Russland und fünf weitere Opec+-Mitglieder am Wochenende, ihre Fördermengen den zweiten Monat in Folge nicht anzuheben.
Neben den saudischen Rabatten trug auch die Freigabe von Notreserven durch die G7-Staaten zur Entspannung bei. Saudi Aramco warnte allerdings davor, dass die weltweiten Lagerbestände rasch schrumpfen könnten, sollte die geopolitische Lage am Golf angespannt bleiben.
Transportwege im Roten Meer bleiben gefährdet
Gefahr droht dem Markt vor allem entlang der zentralen Schifffahrtsrouten. Die Schiffsbewegungen in der Golfregion haben zwar wieder zugenommen. Jedoch kam es am 4. Oktober zu einem Zwischenfall in der Straße von Hormus. Ein weiteres Ereignis registrierten Schifffahrtsbehörden vor der jemenitischen Stadt Al-Mukha im Roten Meer.
Beobachter weisen darauf hin, dass Verladestationen, Pipelines und Raffinerien weiterhin anfällig für Angriffe der Huthi-Rebellen sind. Dies könnte Saudi-Arabiens Möglichkeiten einschränken, die Exporte dauerhaft auf hohem Niveau zu halten und über das Rote Meer abzuwickeln.
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