Ölpreise sinken nach Entspannungssignalen am Golf

Brent fällt am Montag auf 108,18 Dollar, während Angriffe und gestörte Transportwege die Versorgungslage unsicher halten.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Brent verliert am Montag 1,5 Prozent
  • Golf-Lieferungen erreichen etwa 80 Prozent
  • Zwei Tanker wurden erneut angegriffen
  • Dieselvorräte könnten koordiniert freigegeben werden

Nach dem Sprung auf ein Fünfmonatshoch am Freitag geben die Ölpreise zu Wochenbeginn nach. Signale über anziehende Rohöllieferungen aus dem Persischen Golf dämpfen die jüngste Preisrally, obwohl neue militärische Vorfälle die Region erschüttern.

Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember verbilligte sich am Montag um 1,5 Prozent auf 108,18 Dollar. Am vergangenen Freitag war der Kurs noch bis auf 110 Dollar geklettert. Das war der höchste Stand seit Mai.

Auslöser der aktuellen Gegenbewegung sind Aussagen aus Washington. Nach Angaben von US-Energieminister Chris Wright haben sich die Rohöllieferungen aus dem Persischen Golf wieder auf etwa 80 Prozent ihres Vorkrisenniveaus erholt. Die Versorgung mit Raffinerieprodukten bleibe jedoch weiterhin eingeschränkt.

Allerdings bleibt die Lage auf den Transportrouten instabil. Erneut wurden zwei Tanker im Persischen Golf angegriffen. Zudem attackierten vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen Ziele in Saudi-Arabien, während sich Russland und die Ukraine gegenseitig mit Schlägen gegen die Energieinfrastruktur überzogen.

Marktbeobachter bezweifeln daher, dass die Entspannung an den Ölmärkten von Dauer ist. Emily Ashford, Leiterin der Energieforschung bei der Standard Chartered Bank, verweist darauf, dass eine reine Zunahme der Fördermengen den Preis kaum nachhaltig drücken könne. Solange die Schifffahrt im Persischen Golf bedroht bleibe und die Warenströme gestört seien, dürften die Notierungen hoch bleiben.

Im Sommer war der Brent-Kurs angesichts von Hoffnungen auf eine diplomatische Beilegung des Iran-Konflikts noch bis auf 70 Dollar gefallen. Seit Ende 2025 hat sich Rohöl um fast 80 Prozent verteuert, notiert aber rund 15 Prozent unter dem Jahreshoch.

Ob sich die Versorgungslage bei verarbeiteten Kraftstoffen kurzfristig entspannt, hängt nun an den Gesprächen der US-Regierung mit europäischen Verbündeten über eine koordinierte Freigabe strategischer Dieselvorräte.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.