Frische Angriffe auf Saudi-Arabien und neue Zwischenfälle auf den Seewegen treiben die Ölpreise zum Wochenauftakt wieder nach oben. Politische Entspannungssignale aus Washington und Osteuropa verpuffen derweil am Markt fast wirkungslos. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Montag im Tageshoch auf 106,35 Dollar je Barrel, was einem Zuwachs von rund anderthalb Prozent entspricht.
Vor allem die Sicherheitslage am Persischen Golf bestimmt die Preisbildung. Neue Attacken auf den Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sowie ein Zwischenfall mit einem Tanker nahe der Straße von Hormus schüren unter Händlern die Furcht vor weiteren Ausfällen. Zeitweise kostete ein Barrel Brent rund 105 Dollar, während die US-Sorte WTI bei etwa 92 Dollar notierte.
Schiffsverkehr bleibt deutlich eingeschränkt
Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt das dominierende Nadelöhr für das weltweite Angebot. Zuletzt wurden auf dieser Route täglich rund 9,5 Millionen Barrel Öl transportiert. Das sind etwa 30 Prozent weniger als vor Beginn der militärischen Auseinandersetzungen.
Jede neue Störung trifft daher auf ein ohnehin ausgedünntes Angebot. Dass US-Präsident Donald Trump ankündigte, vor den Zwischenwahlen im November keine weiteren Angriffe auf den Iran starten zu wollen, verschaffte den Märkten nur kurze Entlastung. Die anhaltende Unsicherheit rund um die Tankerrouten hält die Risikoprämie hoch.
Kaum Hoffnung auf Entlastung aus Osteuropa
Hoffnungen auf eine Beruhigung an anderer Front erwiesen sich als verfrüht. Trump hatte zwar erneut eine Vereinbarung über einen gegenseitigen Stopp von Angriffen auf Energieanlagen zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Allerdings beschuldigte Kiew die russische Seite umgehend, die Angriffe fortgesetzt und ein Heizkraftwerk schwer getroffen zu haben. Russland hat eine solche Absprache ohnehin nicht bestätigt.
Marktstrategen der Saxo Bank betonen, dass ein möglicher Anstieg russischer Diesellieferungen oder politische Vorstöße aus Washington kaum Marktwirkung entfalten. Das Kernproblem bleibe der Nahe Osten. Der hohe Rohölpreis stützt unterdessen westliche Energiekonzerne: Die Aktie von TotalEnergies nähert sich nach den jüngsten Kursgewinnen wieder ihrem bisherigen Allzeithoch von 81,36 Euro an.
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