Die Aktie der OHB SE gerät zur Wochenmitte unter spürbaren Abgabedruck. Das Papier verliert am heutigen Mittwoch 3,5 Prozent auf 162,20 Euro. Für die Kursbewegung liegt kein unternehmensspezifischer Auslöser vor, der Rückgang erfolgt ohne direkte Meldung aus der Konzernzentrale. Trotz der tagesaktuellen Abschläge verzeichnet der Titel seit Jahresbeginn noch ein deutliches Plus von 39 Prozent.
Führungswechsel bei Rocket Factory Augsburg
Auf Konzernebene standen zu Beginn der Woche personelle Weichenstellungen im Fokus. Bei der Rocket Factory Augsburg, einer Tochtergesellschaft der OHB SE, ernannte der Aufsichtsrat am Montag Alexander Dahm zum neuen Vorstandsvorsitzenden.
Dahm folgt auf Prof. Dr. Indulis Kalnins und übernimmt die Verantwortung für die weiteren Entwicklungsschritte sowie den angestrebten Erstflug der Trägerrakete RFA ONE. Ein Zusammenhang zwischen der Neubesetzung an der Spitze der Augsburger Tochter und den aktuellen Kursverlusten der Muttergesellschaft besteht allerdings nicht.
Satellitenstart und Machbarkeitsstudie der ESA
Operativ verzeichnete der Raumfahrtkonzern in den vergangenen Tagen zudem Fortschritte bei laufenden Missionen. Im Rahmen der Transporter-18-Mission wurde der Technologiedemonstrator ATHENE-1 mit einer Falcon-9-Rakete gestartet und planmäßig in eine niedrige Erdumlaufbahn befördert. Entwickelt wurde das System von der OHB-Tochter LuxSpace in Zusammenarbeit mit der Universität der Bundeswehr München.
Darüber hinaus konnte sich das Unternehmen eine Rolle bei künftigen europäischen Raumfahrtinfrastrukturen sichern. Medienberichten zufolge wählte die europäische Raumfahrtagentur ESA Konsortien unter der Führung von OHB sowie Airbus Defence and Space für parallele Machbarkeitsstudien aus.
Untersucht werden soll ein Konzept für eine mögliche europäische Raumstation im niedrigen Erdorbit. Ein Beschluss über den tatsächlichen Bau einer solchen Station ist mit der Vergabe dieser Vorstudien jedoch ausdrücklich noch nicht gefallen.
Eigentümerstruktur und Neunmonatszahlen im Fokus
Abseits des Tagesgeschäfts bleiben die Machtverhältnisse im Aktionariat klar verteilt. Die Mehrheit an dem Bremer Raumfahrtunternehmen liegt unverändert bei der Familie Fuchs. Der Finanzinvestor KKR agiert über die Orchid Lux HoldCo S.à r.l. als Minderheitsaktionär. Bei der Kapitalerhöhung im Juni trat KKR als Verkäufer von Bestandsaktien auf und reduzierte die eigene Beteiligung laut dem Halbjahresbericht vom 6. August auf rund 20 Prozent.
Neue Impulse für die fundamentale Bewertung der Aktie zeichnen sich im kommenden Monat ab. Am 12. November legt OHB die Ergebnisse für die ersten neun Monate vor und stellt die operative Entwicklung im Rahmen einer Telefonkonferenz für den Kapitalmarkt vor.
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