Barclays hält seine Brent-Prognose für 2026 bei 100 US-Dollar je Barrel — und sieht die Risiken weiter nach oben. Für OMV ist das keine eindeutig gute Nachricht. Der Konzern profitiert von hohen Ölpreisen, leidet aber gleichzeitig darunter.
Wenn Hormus alles verändert
Brent-Futures notierten am Freitag bei rund 105 US-Dollar je Barrel. Als Treiber gelten Zweifel an einem Durchbruch in den US-Iran-Gesprächen und die weiter geschlossene Straße von Hormus. Barclays rechnet mit einem möglichen Angebotsdefizit von 6 bis 8 Millionen Barrel pro Tag. US-Lagerbestände liegen in der Nähe der niedrigsten Niveaus seit 2020.
Das liegt deutlich über dem Rahmen, den OMV selbst für 2026 eingeplant hat: Der Konzern kalkulierte Ende April mit einem durchschnittlichen Brent-Preis zwischen 85 und 95 US-Dollar. Obendrein stellte OMV seine Produktionsprognose von 280 bis 290 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag ausdrücklich unter den Vorbehalt der Hormus-Lage.
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Das Problem: Genau diese Straße ist für OMV kein abstrakter Risikohinweis. Im ersten Quartal bezifferte der Konzern einmalige Hedging-Verluste durch gestörte Rohölströme auf rund 100 Millionen Euro. Die Kohlenwasserstoffproduktion sank auf 288 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag. Das bereinigte operative Ergebnis lag bei 1,025 Milliarden Euro — solide, aber mit sichtbaren Bremsspuren.
Hauptversammlung als nächster Anker
In der kommenden Woche steht die Hauptversammlung an. Beschlüsse und Abstimmungsergebnisse veröffentlicht OMV erst unmittelbar nach Ende der Versammlung. Bis dahin gilt: Die Ausschüttung steht noch unter Vorbehalt.
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Vorgeschlagen sind 3,15 Euro reguläre Dividende plus 1,25 Euro variable Dividende je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Ab 2026 soll eine neue Dividendenpolitik gelten. OMV koppelt die künftige Ausschüttung an 50 Prozent der Borouge-Group-International-Dividenden sowie 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows außerhalb dieser BGI-Zahlungen.
Kurs nahe Jahreshoch
Die Aktie schloss am Freitag bei 62,55 Euro, ein Minus von 0,79 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei knapp 29 Prozent — das 52-Wochen-Hoch von 63,85 Euro, erreicht am 19. Mai, ist nur rund zwei Prozent entfernt.
Der RSI liegt bei 56,9, die Aktie notiert rund 21 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Kein überhitztes Bild, aber auch kein Puffer nach unten, wenn die Hauptversammlung oder neue Nachrichten aus der Straße von Hormus enttäuschen. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden zeigen, ob der Markt die neue Dividendenpolitik als Fortschritt oder als Einschränkung bewertet.
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