Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV steckt in einer Konsolidierungsphase. Nach einem starken Jahresstart mit einem Plus von gut 15 Prozent hat die Aktie in den vergangenen Wochen nachgegeben. Am Freitag schloss der Titel bei 55,70 Euro – ein Minus von 0,09 Prozent, das die jüngste Abwärtstendenz bestätigt.

Der Rücksetzer ist deutlich: Auf Jahressicht beträgt das Plus immer noch 21 Prozent, doch auf Monatssicht verlor die Aktie über 12 Prozent. Der RSI von 34 signalisiert bereits ein überverkauftes Niveau. Das könnte auf eine technische Gegenbewegung hindeuten.

Analysten bleiben zuversichtlich

Trotz der Kursverluste sehen mehrere Häuser weiterhin Potenzial. Die Baader Bank bestätigte das Rating „Add“ mit einem Kursziel von 71,50 Euro. Analyst Frederic Lorec hob zudem die Gewinnschätzung für 2026 leicht an – auf 6,53 Euro je Aktie. Für 2027 prognostiziert er 5,46 Euro.

Auch Alphavalue ist optimistisch und erhöhte das Kursziel um 12,4 Prozent auf 61 Euro. Der breite Analystenkonsens aus 16 Stimmen zeigt: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,8 und eine Dividendenrendite von über 8 Prozent machen die OMV im Branchenvergleich attraktiv.

Die Prognosen für die Ausschüttungen liegen bei 4,40 Euro für 2026 und 4,50 Euro für 2027.

Expansion im Schwarzen Meer

Während die Aktie schwächelt, treibt das Unternehmen seine Strategie voran. Die Tochter OMV Petrom steigt mit 25 Prozent in den bulgarischen Schwarzmeer-Block „Han Tervel“ ein. Das Konsortium unter Führung von Shell (42 Prozent) will dort über fünf Jahre mit 3D-Seismik das Potenzial der 4.000 Quadratkilometer großen Fläche erkunden.

Das Projekt ergänzt den bestehenden Neptun-Deep-Komplex. Beide sollen die Energieversorgung in der EU diversifizieren.

Die OMV will am 30. Juli 2026 die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. Ob dann die fundamentale Stärke wieder in einen höheren Kurs übersetzt, dürfte auch von der Entwicklung am Ölmarkt abhängen.