OMV Petrom drückt in Südosteuropa aufs Tempo. Die rumänische OMV-Tochter hat grünes Licht für das Projekt Gabare in Bulgarien gegeben. Dabei geht es nicht nur um gewöhnliche Solarparks. Ein massiver Batteriespeicher rückt in den Fokus der Investoren.

Solarstrom trifft auf Großspeicher

Das Projekt kombiniert eine Photovoltaikanlage mit 415 Megawatt Leistung und ein gewaltiges Batteriesystem. Letzteres speichert rund 600 Megawattstunden Strom. Für OMV-Petrom markiert dies eine Premiere im Speichergeschäft. Solche Anlagen stabilisieren das Stromnetz. Sie bringen Angebot und Nachfrage zeitlich besser in Einklang.

Die gesamte Investitionssumme schätzt das Management auf 300 Millionen Euro. Etwa ein Drittel davon fließt direkt in die Batterietechnik. OMV Petrom entwickelt das baureife Projekt gemeinsam mit dem Partner Enery. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent der Anteile.

Produktion startet 2028

Die Bauarbeiten in der bulgarischen Region Byala Slatina beginnen in Kürze. Ab 2028 soll die Anlage erstmals Strom liefern. Die Finanzierung stemmen die Partner aus eigenen Mitteln und über externe Kredite.

Auch der Vertrieb ist bereits vertraglich geregelt. OMV Petrom nimmt künftig die Hälfte des produzierten Stroms fest ab. Dieser Schritt sichert erste Erlösstrukturen. Konkrete Gewinnprognosen nennt der Mutterkonzern OMV, der gut 51 Prozent an Petrom hält, allerdings noch nicht.

Aktie sucht nach Bodenbildung

Am Aktienmarkt reagieren Anleger besonnen auf die Millionen-Investition. Die OMV-Aktie notiert aktuell bei 55,65 Euro und verbucht ein leichtes Tagesplus von 0,63 Prozent.

Der kurzfristige Trend bleibt angespannt. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von gut 12 Prozent auf der Kurstafel. Die Aktie handelt damit spürbar unter der wichtigen 50-Tage-Linie von 60,34 Euro.

Trotz des jüngsten Rücksetzers behauptet das Papier seit Jahresanfang ein solides Plus von rund 15 Prozent. Der aktuelle RSI-Wert von 32,6 signalisiert technisch einen fast überverkauften Zustand.

Die Entscheidung für Gabare erweitert das klassische Öl- und Gasgeschäft der Österreicher. Kurzfristige Kurssprünge löst das Projekt mangels konkreter Renditeziele nicht aus. Die Folge: OMV Petrom baut sich langfristig ein wichtiges zweites Standbein in der integrierten Energieversorgung auf.