Schwache US-Jobdaten lösen an der Wiener Börse eine breite Kaufwelle aus. Die OMV-Aktie profitiert davon am stärksten und führt den ATX klar an. Am Donnerstag steigt der Kurs um 3,5 Prozent.
Schwache US-Arbeitsmarktdaten treiben den ATX an
Der Wiener Leitindex ATX springt um 1,73 Prozent auf 6.497,14 Punkte. Auslöser sind neue Arbeitsmarktdaten aus den USA für Juni. Die US-Wirtschaft schafft nur 57.000 neue Stellen. Das liegt deutlich unter den Erwartungen.
Für Aktienanleger ist das eine gute Nachricht. Die schwachen Zahlen dämpfen die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Das sorgt europaweit für steigende Kurse.
OMV nutzt den Rückenwind am stärksten aus. Auch andere Schwergewichte legen zu: Die Erste Group gewinnt 2,7 Prozent, Voestalpine 2,6 Prozent. Trotzdem bleibt OMV an der Spitze des Index.
Niedrige Bewertung und hohe Dividende stützen den Kurs
OMV gilt trotz des Kurssprungs weiterhin als günstig bewertet. Das Unternehmen weist aktuell das niedrigste Kurs-Gewinn-Verhältnis im gesamten ATX auf. Zusätzlich bietet der Konzern die höchste Dividendenrendite im Index.
Für einkommensorientierte Anleger bleibt das ein zentrales Argument. Hinzu kommt Rückenwind von der Ölpreisseite: Die Sorte Brent notiert am Freitagvormittag leicht im Plus bei rund 72,22 US-Dollar pro Barrel. Das stützt die Ertragslage des integrierten Energiekonzerns zusätzlich.
OMV baut Geothermie-Sparte aus
Neben dem klassischen Öl- und Gasgeschäft treibt OMV auch neue Geschäftsfelder voran. Ein wichtiger Baustein ist das Joint Venture „Tiefenkraft“ mit der Energie Steiermark. Aktuell laufen seismische Vermessungen für das Projekt.
Das Ziel: klimafreundliche Fernwärme für den Großraum Graz. OMV plant die Umsetzung bis Ende der 2030er-Jahre. Damit will der Konzern seine Abhängigkeit von fossilen Importen schrittweise senken.
Die Kombination aus günstiger Bewertung, hoher Dividende und stabilisierten Zinserwartungen macht OMV aktuell zu einem gefragten Titel am Wiener Parkett. Wie nachhaltig sich der Kursschwung fortsetzt, hängt nun stark von den kommenden US-Konjunkturdaten und der weiteren Zinspolitik der Fed ab.
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