Wenige Tage vor den Quartalsergebnissen treffen den österreichischen Energiekonzern OMV gleich mehrere ungewöhnliche Belastungen auf einmal: die Hormus-Krise, ein regulatorischer Spritpreisstreit und operative Einmaleffekte im dreistelligen Millionenbereich.
Hormus-Krise zwingt zu Notreserven
Die Sperrung der Straße von Hormus hat OMV zum Rückgriff auf staatliche Ölvorräte gezwungen. Im Rahmen einer koordinierten IEA-Aktion kaufte der Konzern 56.000 Tonnen Rohöl aus der österreichischen Notreserve — zu marktüblichen Preisen, direkt für die Raffinerie Schwechat bestimmt. Die abgerufene Menge entspricht zwei Prozent der nationalen Reserve, die Österreich für rund 90 Tage absichern soll.
Die Versorgungslage gilt aktuell als gesichert. Die EU-Kommission rechnet allerdings ab Mai mit einem Rückgang des Angebots bei Diesel und Kerosin in Europa, sollte die Krise anhalten.
Regulierungsbehörde setzt sich durch
Parallel dazu hat die Energieregulierungsbehörde E-Control den Spritpreisstreit mit OMV entschieden. Die Bundesregierung verpflichtete bestimmte Unternehmen per Verordnung zu einer Margendämpfung von 5 Cent je Liter — Teil einer Gesamtentlastung von 10 Cent an Österreichs Tankstellen. OMV hatte angekündigt, lediglich 2,8 Cent weiterzugeben, weil der Konzern bei Diesel stark von Importen abhängig sei.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Omv?
E-Control stellte klar: Die vollen 5 Cent müssen weitergegeben werden — sowohl an eigenen Tankstellen als auch an Großhandelskunden. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bekräftigte das öffentlich.
Belastetes Quartalsbild, hohe Erwartungen
Das erste Quartal war operativ schwierig. Lieferkettenprobleme im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt verursachten einmalige Absicherungsverluste von rund 100 Millionen Euro. Die Raffineriemarge fiel von 10,76 auf 6,65 Euro je Barrel, die durchschnittliche Produktion sank auf 288.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Im Fuels-Segment kommen rund 150 Millionen Euro Belastung durch niedrigere Endkundenmargen und geplante Stillstände hinzu.
Trotz dieser Gegenwinds sind die Analystenerwartungen für den Quartalsbericht am 30. April hoch: Sechs Analysten erwarten im Schnitt ein EPS von 1,32 Euro je Aktie — nach 0,44 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz soll auf rund 7,76 Milliarden Euro gestiegen sein, ein Plus von knapp 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Omv?
Die OMV-Aktie notiert bei 58,85 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 22 Prozent zugelegt — liegt aber noch gut sieben Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Anfang April.
Dividende und Führungswechsel
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor, bestehend aus 3,15 Euro regulärer Dividende und einer Sonderdividende von 1,25 Euro. Die Hauptversammlung am 27. Mai soll darüber abstimmen, der Ex-Dividenden-Tag ist für den 8. Juni vorgesehen.
Auf der Führungsebene verlängert Finanzvorstand Reinhard Florey sein Mandat und rückt zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden auf. Die neue Konzernchefin Emma Delaney übernimmt ihr Amt im September 2026 — zu einem Zeitpunkt, an dem OMV den Umbau des Chemiegeschäfts vorantreibt und das Börsendebüt des BGI-Joint-Ventures auf 2027 verschoben hat, was die Dividendeneinnahme aus dem Venture 2026 auf 250 Millionen US-Dollar halbiert.
Omv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Omv-Analyse vom 28. April liefert die Antwort:
Die neusten Omv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Omv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Omv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


