Konzernumbau abgeschlossen, Produktion rückläufig, Dividende für 2026 gekürzt — OMV liefert zum Wochenstart ein Q1-Update mit deutlichen Schattenseiten. Dabei steht das Unternehmen gleichzeitig vor einem ungelösten Führungsproblem.
Chemie-Riese gegründet, Chemie-Markt schwächelt
Ende März schlossen OMV und ADNOC-Tochter XRG planmäßig die Gründung der Borouge Group International AG (BGI) ab — dem weltgrößten reinen Polyolefin-Konzern, entstanden aus der Zusammenführung von Borouge, Borealis und NOVA Chemicals. OMV und XRG halten jeweils 50 Prozent. Das Management erwartet ab dem zweiten Quartal einen Beitrag von rund 140 Millionen Euro pro Quartal sowie mittelfristige Synergien von mehr als 500 Millionen US-Dollar jährlich.
Das Timing ist allerdings ungünstig. RBC Capital Markets stufte die Aktie auf „Underperform“ herab und senkte das Kursziel von 50 auf 46 Euro, mit dem Verweis auf branchenweite Überkapazitäten und einen globalen Abschwungzyklus im Chemiesektor. OMVs stärkere Ausrichtung auf Chemie durch BGI erhöhe die Exponierung gegenüber genau diesem schwierigen Umfeld. Barclays kürzte die operative Gewinnprognose für das Quartal um 14 Prozent.
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Upstream unter Druck, Raffineriemargen halbiert
Im ersten Quartal sank die Upstream-Produktion auf rund 310.000 Barrel pro Tag — ein Rückgang von zwölf Prozent. Hauptgrund ist der strategische Rückzug aus dem asiatisch-pazifischen Raum, darunter der Verkauf der Malaysia-Beteiligung SapuraOMV an TotalEnergies für knapp 900 Millionen Euro. Gestörte Rohölströme verursachten zusätzlich einmalige Absicherungsverluste von rund 100 Millionen Euro.
Im Raffinierungsgeschäft verbesserte sich die Auslastungsrate auf 92 Prozent, die Marge je Barrel brach jedoch von 10,76 auf 6,65 Euro ein. CEO Alfred Stern verwies auf den Iran-Konflikt als schwerwiegendere Belastung für die Energiemärkte als den Ukraine-Krieg — insbesondere der weitgehende Stopp des Verkehrs durch die Straße von Hormus, ein Nadelöhr für rund 20 Prozent des globalen Öl- und Gastransports.
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Dividende 2026 beschnitten, Führungsfrage offen
Für das Geschäftsjahr 2025 bleibt die Ausschüttung unverändert: Der Vorstand schlägt 4,40 Euro je Aktie vor, bestehend aus 3,15 Euro regulärer Dividende und 1,25 Euro Sonderdividende. Abstimmung ist auf der Hauptversammlung am 27. Mai in Wien, Ex-Dividenden-Tag der 8. Juni.
Für 2026 sieht es anders aus. OMV und ADNOC begrenzen die BGI-Dividende vorübergehend auf 50 Prozent des ursprünglich geplanten Betrags, um die Bilanz des neuen Gemeinschaftsunternehmens zu stärken. Der Effekt auf die OMV-Dividende 2026 beläuft sich auf rund 0,60 bis 0,70 Euro je Aktie. Zudem verschob sich die geplante Börsennotierung von BGI in Abu Dhabi auf 2027.
Parallel dazu spitzt sich die Nachfolgefrage zu. CEO Alfred Stern scheidet am 31. August 2026 aus. Die Kernaktionäre ÖBAG und ADNOC haben sich noch nicht auf einen Nachfolger geeinigt — bei üblichen Kündigungsfristen internationaler Führungskräfte von mindestens sechs Monaten wird das Zeitfenster für eine geordnete Übergabe eng. Der vollständige Q1-Bericht, der im April erwartet wird, dürfte zeigen, ob der BGI-Beitrag trotz schwieriger Marktlage die Erwartungen erfüllt.
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