Erstmals in der Unternehmensgeschichte übernimmt eine Frau das Ruder bei OMV. Zur gleichen Zeit stehen am 30. April Quartalszahlen an, die Analysten tief spalten. Selten lagen strategischer Aufbruch und operativer Gegenwind so nah beieinander.
Delaney bringt Gas-Kompetenz
Der Aufsichtsrat schlägt Emma Delaney als neue CEO vor. Die irische BP-Veteranin soll Alfred Stern zum 1. September 2026 ablösen. Fast drei Jahrzehnte verbrachte sie bei BP, zuletzt als Executive Vice President mit Verantwortung für Kraftstoffe, Biokraftstoffe und E-Mobilität.
Marktbeobachter bei RBC Europe sehen in der Personalie ein klares inhaltliches Signal: OMV will die Gasproduktion stärker gewichten. Das wäre eine Abkehr vom Chemie-Fokus, den Stern in seiner Amtszeit geprägt hat. CFO Reinhard Florey bleibt weitere zwei Jahre — Kontinuität auf der Finanzseite ist damit gesichert.
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Starke Erwartungen, echte Belastungen
Am 30. April präsentiert OMV die Q1-Zahlen. Sechs Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,32 Euro — dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz soll auf rund 7,76 Milliarden Euro steigen.
Das klingt stark. Allerdings drücken operative Sonderbelastungen auf das Ergebnis. Nahost-bedingte Lieferkettenstörungen kosten OMV rund 100 Millionen Euro durch Absicherungsverluste. Die Raffineriemarge brach von 10,76 auf 6,65 Euro je Barrel ein — trotz gestiegener Auslastung.
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RBC zieht die Bremse
RBC Capital Markets stufte OMV auf „Underperform“ herab und setzte das Kursziel auf 46 Euro. Die Begründung: Chemie, Raffination und europäisches Gas belasten kurzfristig. Globale Überkapazitäten halten die Chemie-Margen voraussichtlich bis Ende 2026 gedrückt. RBCs Gewinnschätzung für 2026 liegt damit elf Prozent unter dem Konsens.
Hinzu kommt eine Dividendenbremse aus dem Chemie-Joint-Venture BGI. Dessen geplanter Börsengang in Abu Dhabi verschob sich auf 2027. Das halbiert OMVs Dividendeneinnahme aus dem Venture auf 250 Millionen Dollar. Analysten rechnen deshalb damit, dass die Gesamtdividende je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 um 0,60 bis 0,70 Euro sinken könnte.
Für 2025 bleibt die Ausschüttung unberührt: Der Vorstand schlägt 4,40 Euro je Aktie vor, inklusive einer Sonderdividende von 1,25 Euro. Die Hauptversammlung stimmt am 27. Mai ab, Ex-Dividende-Tag ist der 8. Juni.
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