Der Iran-Krieg belastet die Energiemärkte stärker als der Ukraine-Konflikt es je getan hat — das ist die klare Einschätzung von OMV-Chef Alfred Stern. Gleichzeitig zeigt das Q1-Trading Update, dass der Konzern auch intern mit Gegenwind kämpft.
Geopolitik: Hormus als Nadelöhr
Stern macht im Handelsblatt-Interview deutlich, warum er den aktuellen Konflikt als gravierender einschätzt als den russischen Einmarsch in die Ukraine. Damals wurden Energieströme umgeleitet — jetzt werden dem Weltmarkt tatsächlich verfügbare Mengen entzogen. Die Straße von Hormus, über die rund 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggasströme fließen, ist nahezu zum Erliegen gekommen.
„Die Effekte werden noch monatelang spürbar sein“, so Stern. Eine schnelle Normalisierung erwartet er nicht.
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Spritpreisdeckel lehnt er dabei klar ab. Staatliche Abgaben und Steuern seien es, die bei hohen Preisen ins Gewicht fielen — die Kritik an Ölkonzern-Gewinnen hält er für ein Ablenkungsmanöver.
Operative Belastungen im Upstream
Das erste Trading Update für 2026 zeigt die Kosten strategischer Entscheidungen. Der Verkauf der Beteiligung am malaysischen Produzenten Sapura an TotalEnergies Anfang Januar brachte knapp 900 Millionen Euro — drückte die Gesamtförderung aber um rund zwölf Prozent auf 310.000 Barrel pro Tag. Im Upstream-Segment schlägt ein Ergebniseffekt von rund 250 Millionen Euro zu Buche.
Auch das Raffineriegeschäft zeigt Schwäche. Trotz einer auf 92 Prozent gestiegenen Auslastung fiel die Marge je Barrel von 10,76 auf 6,65 Euro — ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
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BGI soll die Lücke schließen
Gegen diese Belastungen setzt Stern auf Borouge International (BGI), das Polyolefin-Gemeinschaftsunternehmen mit ADNOC-Tochter XRG. Ab dem zweiten Quartal soll BGI rund 140 Millionen Euro pro Quartal zum Konzernergebnis beitragen. Geplante Synergien von mindestens 500 Millionen Dollar jährlich und ein Investment-Grade-Kreditrating sind die Eckpfeiler des Wachstumskurses.
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand eine Gesamtausschüttung von 4,40 Euro je Aktie vor — bestehend aus 3,15 Euro regulärer Dividende und 1,25 Euro Sonderdividende. Die Hauptversammlung entscheidet am 27. Mai, Ex-Tag ist der 8. Juni.
Am 30. April legt OMV die vollständigen Q1-Zahlen vor. Dann zeigt sich, ob der BGI-Beitrag den Malaysia-Einmaleffekt von rund 250 Millionen Euro tatsächlich kompensieren kann — und wie belastbar die Jahresprognose von 65 US-Dollar je Barrel Brent angesichts der geopolitischen Lage noch ist.
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