OMV-Chef Alfred Stern schlägt Alarm. Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten bedroht die globale Energieversorgung laut seiner Einschätzung massiver als der Ukraine-Krieg. Diese drastische Warnung trifft den österreichischen Konzern in einer ohnehin angespannten Phase, denn neben der finalen Umsetzung einer historischen Mega-Fusion lähmt ein ungelöster Aktionärsstreit die Suche nach einem neuen CEO.
Zweischneidiges Schwert für das operative Geschäft
Die Blockade der Straße von Hormus entzieht dem Weltmarkt derzeit reale Kapazitäten. Rund 20 Prozent der globalen Erdöl- und Flüssiggasströme sind laut Stern von den militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran betroffen. Für den Konzern erweist sich diese geopolitische Lage als komplexe Herausforderung. Während das klassische Energiegeschäft von steigenden Ölpreisen profitiert – Goldman Sachs rechnet mittlerweile mit durchschnittlich 85 US-Dollar je Barrel Brent –, belasten die teureren Rohstoffe die Chemiesparte erheblich.
Ungeachtet dieser Verwerfungen soll bis Ende März der Zusammenschluss der Petrochemietöchter von OMV und dem Kernaktionär ADNOC abgeschlossen werden. Die neue Borouge Group International (BGI) steigt mit einer Bewertung von über 60 Milliarden US-Dollar zum viertgrößten Polyolefin-Produzenten weltweit auf. An der Börse wird dieser strategische Umbau bislang honoriert: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 23,19 Prozent und ging gestern bei 59,60 Euro aus dem Handel. Der ursprünglich geplante Börsengang der BGI verschiebt sich jedoch auf 2027, was das Management mit asiatischen Überkapazitäten im Chemiesektor begründet.
Machtkampf auf der Führungsebene
Überschattet wird die Neuaufstellung von einem ungelösten Führungsproblem. Bereits Ende August 2026 verlässt Alfred Stern das Unternehmen, allerdings blockieren sich die Großaktionäre ÖBAG und ADNOC bei der Nachfolgersuche gegenseitig. Während die österreichische Seite bis vor Kurzem eine interne Lösung favorisierte, pochen die Partner aus Abu Dhabi auf internationale Kandidaten. Als finanzieller Ausgleich für die Aktionäre greift ab 2026 eine neue Ausschüttungspolitik, die jährlich mindestens eine Milliarde US-Dollar aus dem BGI-Joint-Venture in die Kassen spülen soll.
Wie stark der aktuelle Energiepreisschock die Margen im Chemiegeschäft tatsächlich belastet, wird sich in Kürze in den Büchern niederschlagen. Am 9. April liefert das Trading Update für das erste Quartal konkrete Zahlen zur operativen Entwicklung und gibt erste Hinweise, ob das angestrebte Synergieziel der Fusion von 500 Millionen US-Dollar unter den veränderten Marktbedingungen erreichbar bleibt.
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